LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Gesellschaftsspiel „Uechter d’Land“, erschienen im Lilu Verlag: Wir verspielen sechs Exemplare

Dir stitt am Stau a musst eng Ronn aussetzen: Das kommt in Luxemburg zum Leidwesen vieler Autofahrer zwar häufig vor, eine Runde aussetzen muss man in diesem Fall aber nur in dem neuen Gesellschaftsspiel „Uechter d’Land“, das vor kurzem im Lilu Verlag erschienen ist. Erst im Sommer 2014 hatte Liliana Miranda den Verlag gegründet. Dass sie neben Büchern auch einmal Brettspiele herausgeben würde, wusste sie damals noch nicht. „Ich habe mich schon immer für die Luxemburger Literatur und die Luxemburger Sprache interessiert. Die Idee mit den Spielen und auch dem pädagogischen Material kam später“, erklärt Miranda im Gespräch mit dem „Journal“. Auch wenn sie einen besonderen Fokus auf die luxemburgische Sprache richtet, will sie sich Büchern in anderen Sprachen nicht verschließen. „Die Verbindung zu Luxemburg ist mir aber schon wichtig, darum ging es mir eigentlich von Anfang an“, bemerkt sie.

Das im Lilu Verlag erschienene pädagogische Material für Erwachsene, die Luxemburgisch lernen wollen, hat Miranda übrigens selbst entwickelt und dabei aus ihrer früheren Erfahrung geschöpft, als sie selbst Sprachkurse gab. Einen ersten Erfolg konnte sie im letzten Jahr bereits mit einem luxemburgischen Lehrbuch mit Erklärungen auf Französisch landen. Daraufhin folgte eine portugiesische Version. Um das Erlernen der Sprache auf etwas spielerische Art zu ermöglichen, hat Miranda zudem den Fragewürfel „Tipptopp“ entwickelt. „Im nächsten Jahr wird außerdem ein Kartenspiel mit luxemburgischem Vokabular folgen, das in Sprachkursen eingesetzt werden kann“, verrät sie.

Klassisches Brettspiel, inspiriert am Gänsespiel

Beim neuen Spiel „Uechter d’Land“ steht nun allerdings ganz klar der Spaß und nicht der pädagogische Aspekt im Vordergrund. Wer es spielen will, muss indes Luxemburgisch können, um die Anweisungen auf den Spielkarten zu verstehen. „Es ist ein traditionelles Brettspiel in Form des Luxemburger Landes, das stark am bekannten Gänsespiel inspiriert ist. In diesem Fall geht es darum, so schnell wie möglich vom Ausgangspunkt im Ösling mit seiner Figur in der Hauptstadt anzukommen. Wer dieses Ziel als Erster erreicht, hat gewonnen“, erklärt die Erfinderin. „Natürlich handelt es sich nicht einfach um eine luxemburgische Version des klassischen Gänsespiels, ein bisschen origineller, spannender und interessanter sollte es dann doch werden“, betont sie.

Und so funktioniert‘s

Drei Varianten, abhängig vom Alter der Spieler, hat sich Miranda ausgedacht. Das bedeutet, dass man „Uechter d’Land“ auf drei verschiedene Arten spielen kann. Die leichteste Variante, bei der es nur darum geht, so schnell wie möglich anzukommen, eignet sich für Kinder ab acht Jahren. Je nach gewürfelter Augenzahl geht es mit der Spielfigur - es sind kleine Autos in verschiedenen Farben - auf dem Spielfeld weiter. Jedes Mal wird eine Spielkarte mit Anweisungen gezogen. Zum Beispiel: „Dir däerft d’Schlussprozessioun vun der Oktav net verpassen. Réckelt 3 Felder no vir!“, „Dir wëllt mat der Famill an den Déierepark. Fuert séier op Esch/Uelzecht!“ oder „De Fiederwäissen ass do! Fuert séier op Schengen!“. Natürlich kann man auch mal Pech haben: „Ären Auto gouf geklaut an Dir musst eng Ronn aussetzen.“ oder „Dir sidd dem Steieramt 450 Euro schëlleg. Réckelt 3 Felder no hannen!“. „Selbstverständlich geht es in erster Linie darum, sich zu amüsieren, aber wer weiß, vielleicht lernt man doch noch etwas über die verschiedenen Gemeinden oder Traditionen des Landes“, lacht Miranda.

Nachdem das Konzept und damit der Prototyp stand, stellte sich noch die Frage der Konformität des Spiels. „Da sich das Spiel auch an Kinder richtet, muss es ganz andere, teils viel strengere Normen erfüllen“, erklärt die Geschäftsführerin des Lilu Verlag, der es außerdem wichtig war, das Label „Made in Luxembourg“ zu erhalten.

„Uechter d’Land“ ist in einer ersten Auflage von 500 Stück erschienen. Bestellen kann man das Spiel zum Preis von 32 Euro direkt beim Lilu Verlag (lilu.lu). Erhältlich ist es zudem im „Bicherhaischen“ in Senningen. Andere Geschäfte sollen folgen.

„Uechter d’Land“: Gewinnen Sie Ihr Exemplar: Sechs Exemplare dieses tollen neuen Gesellschaftsspiels warten in der „Journal“-Redaktion auf Sie. Um „Uechter d’Land“ zu gewinnen, müssen Sie lediglich zum Telefon greifen und sich am 1. Dezember ab 9.00 unter folgender Nummer bei uns melden: 493033-845. Die ersten sechs Anrufer dürfen sich freuen.

Lëtzebuerger Journal