LUXEMBURG
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Schottergärten sind keine Gärten - Gemeinden können dagegen vorgehen

Sie erfüllen die Illusion von Aufgeräumtheit und Sauberkeit, dabei sind sie nur in Stein gefasstes Grau(en) – sogenannte Schottergärten, die gerade in den Einfamilienhausvierteln der Gemeinden um sich greifen. Rheinkies, Basaltsplitt oder gleich Schotter als „Garten“ sind nicht nur eine optische, sondern auch eine ökologische Katastrophe. Diese Gärten sind das Gegenteil von Biodiversität, bieten weder Insekten noch Vögeln Nahrung an, bieten keinem Tier Schutz und heizen sich bei Sonneneinstrahlung heftig auf. Das Ökozenter Pfaffenthal versuchte es mit einer Aufklärungskampagne und der Hoffnung auf Einsicht. Die Gemeinde Bettemburg will die Schottergärten auf dem Weg der Verordnung eindämmen. Der Bettemburger Schöffe und DP-Abgeordnete Gusty Graass hat jetzt bei Umweltministerin Carole Dieschbourg und Innenministerin Taina Bofferding nachgehakt, was sie davon halten.

Ermutigt die Innenministerin die Gemeinden dazu die Anlage von Schottergärten einzuschränken? Sollten nicht die Gemeinden aufgefordert werden diese Art der Gartengestaltung an öffentlichen Plätzen aufzugeben und stattdessen einheimischen Pflanzen zu setzen? Wird die Kampagne des Ökozenters unterstützt, um die Öffentlichkeit über die Nachteile dieser „Gärten“ aufzuklären.

Umweltministerin Dieschbourg spricht in ihrer Antwort von einer „negativen ökologischen Auswirkung“. Darüber hinaus sorgten diese Gärten für eine optischen Qualitätsverlust im öffentlichen Raum. Lebensqualität mache auch der öffentliche Raum aus. Daher seien seine ökologischen und landschaftlichen Qualitäten von allgemeinem Interesse und könnten daher Vorschriften für Stadtplanung unterliegen. Ein Argument für die Kiesgärten heißt „wenig Pflege“. Neue Wohngebiete müssten daher so geplant werden, dass diese Art von Garten weder vor noch hinter den Häusern notwendig wird.

Gemeinden können Schottergärten einschränken

Das Innenministerium ermutigt die Gemeinden grundsätzlich bei Siedlungsprojekten die Bodenversiegelung auf das unbedingt notwendige Minimum zu beschränken und Grünflächen zu fördern. Die Gemeindeautonomie ermächtige die Gemeinden durch Vorschriften in den Bebauungsplänen und Bauordnungen die Entwicklung von Kiesgärten auf ihrem Territorium zu begrenzen.

Von Schotterflächen auf gemeindeeigenen Plätzen halten Innen- und Umweltministerium gar nichts. Beratungen und Diskussionen zwischen staatlichen und kommunalen Akteuren bei der Planung neuer Quartiere sollen dazu beitragen ein ökologisches Bewusstsein zu entwickeln. Das Umweltministerium will die Gemeinden ermutigen die Bepflanzung mit einheimischen Arten zu fördern und umweltfreundliche Bestimmungen in ihre Gemeindeordnungen aufzunehmen.

Das Ministerium unterstützt den Mouvement Ecologique grundsätzlich, auch bei Sensibilisierungskampagnen. Die Kampagne des Ökozenters lenke die Aufmerksamkeit auf die vielen Probleme im Zusammenhang mit Kiesgärten und ihre negativen Auswirkungen auf Flora und Fauna und das menschliche Wohlbefinden. Bereits 2018 habe das Ministerium zusammen mit anderen Partnern auf das Verschwinden von Insekten und die Problematik „Schottergärten“ aufmerksam gemacht.