KEVIN RAACH

Schwer erkrankte Patienten sollten künftig in bestimmten Fällen Cannabis auf Kassenrezept erhalten, wenn sie beispielsweise an chronischen Schmerzen, Nervenschmerzen, spastischen Schmerzen bei Multipler Sklerose oder an Rheuma leiden oder eine Appetitsteigerung bei Krebs und Aids nötig ist.

Diese Meinung vertritt auf jeden Fall Kevin Raach und hat deshalb eine entsprechende Petition eingereicht (Nummer 768). Patienten ohne Therapiealternative sollten auf ärztliche Verordnung hin getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte in kontrollierter und hochwertiger Qualität in Apotheken auf Rezept bekommen dürfen.

„THC und CBD sind die Wirkstoffe in Cannabis, beiden wird unter anderem eine schmerzlindernde, entzündungshemmende, appetitanregende und krampflösende Wirkung zugeschrieben. Cannabis wird bereits unter anderem zur Behandlung von chronischen Schmerzen und Nervenschmerzen, bei grünem Star (Glaukom) zur Reduzierung des Augeninnendrucks, gegen Übelkeit und zur Appetitsteigerung bei Krebs- und Aidspatienten und eben bei spastischen Schmerzen bei Multipler Sklerose eingesetzt.

Leute mit chronischen Krankheiten sollen daher von der Wunderpflanze profitieren können. Warum? Weil die Studien in Amerika und in Deutschland dies eindeutig belegt haben. Warum also nicht auch eine medizinische Erlaubnis in Luxemburg?

So hat der deutsche Bundestag am 19. Januar 2017 einstimmig ein entsprechendes Gesetz angenommen. Betroffene Patienten können künftig getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte auf ärztliche Verschreibung in Apotheken erhalten. Das ist auch ein Schritt zur Verbesserung der Palliativversorgung. Geplant ist so ein staatlich kontrollierter Anbau durch eine Cannabisagentur. Diese Aufgabe soll das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte übernehmen. Bis dahin soll die Versorgung mit Medizinalhanf durch Importe gewährleistet werden. Ein guter Schritt, wie ich finde.

Und es gibt auch weitere Kontrolle, wird doch mit einer Begleitstudie begonnen, um weitere Erkenntnisse über die Wirkung von Cannabis zu gewinnen. Dazu übermitteln die Ärzte vorliegende etwa zu Diagnose, Therapie, Dosis und Nebenwirkungen anonymisiert an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dadurch sollen auch Informationen zum langfristigen Gebrauch von Cannabis zu medizinischen Zwecken gesammelt werden. Dies könnte somit auch Luxemburg zugutekommen - und die Zulassung von Cannabis, etwa als Schmerzmittel, wird ja auch bei uns schon seit längerem verlangt.“