LUXEMBURG
DPA/ ML

Einige Youtube-Stars unter der Lupe

Vor zehn Jahren begann die Erfolgsgeschichte von Youtube. Mittlerweile sind die Internet-Videos überall präsent, Youtube-Stars werden von ihren Jugendlichen Fans bestürmt

Fast jeder kennt die Youtube-Videos, die in den letzten Jahren zum Massenphänomen geworden sind. Auf Youtube tanzen Passanten zu Pharrell Williams „Happy“ durch Städte, Feuerwehrleute zappeln beim „Harlem Shake“, junge Menschen zeigen anderen jungen Menschen, wie man Nudeln kocht, eine Kokosnuss schält, das nächste Level bei Minecraft erreicht oder den perfekten Lidstrich zieht. Überhaupt: 30 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nennen Youtube als eine der Webseiten, die sie häufig nutzen.

Für Jugendliche sind die Videomacher die neuen Stars. Millionen Abonnenten verfolgen die Videos von bekannten Youtubern.

„Youtuber sind oft Vorbilder, sind bester Kumpel, großer Bruder und Ersatzelternteil in einem“, sagt Mirko Drotschmann. Der 28-Jährige erklärt in seinen Videos als „MrWissen2go“ aktuelle Themen und hilft bei Schulaufgaben. Jugendliche fühlen sich den Youtubern näher als Popstars oder Fernsehschönheiten, sagt er. „Die Youtube-Stars sind eher Leute von nebenan, das spielt eine ganz wichtige Rolle. Die sind wie ihre Zuschauer“.

So kommt es, dass die Jugendlichen ihre Youtube-Lieblinge auch um Rat im Alltag fragen. „Wir bekommen sehr viele persönliche Mails“, sagt Lamiya Slimani. Sie ist die Schwester von Sami Slimani und selbst erfolgreiche Videomacherin mit mehr als einer halben Million Fans. „Das ist eine Riesen-Verantwortung“.

Mit den Videos Geld verdienen

Manche Youtuber sind so bekannt, dass sie mit ihren Videos Geld verdienen. Sie bekommen einen Teil der Einnahmen aus Werbung, die vor und während ihrer Videos angezeigt wird. Andere wollen auch den Offline-Markt erobern: Die drei Slimani-Geschwister haben etwa ein Buch auf den Markt gebracht. Andere Youtuber halten Produkte in die Kamera oder arbeiten mit Unternehmen zusammen.

Das zeigt: Zehn Jahre nach der Gründung ist Youtube auch ein Milliarden-Geschäft geworden. Unternehmen wollen über die Youtube-Stars junge Käufer erreichen und rangeln um den nächsten viralen Hit im Netz. Edeka landete so einen Treffer mit dem „Supergeil“-Spot, in dem Schauspieler Friedrich Liechtenstein singend Lebensmittel anpreist. Andere Firmen versuchen, ihre Anzeige wie ein Nutzervideo aussehen zu lassen. Das geschah bei dem schwarz-weiß Video „First Kiss“, in dem sich Fremde zum ersten Mal küssten. Millionenfach geteilt, entpuppte sich der Clip schließlich als Werbung für eine Kleidungsmarke. Das verletzt die oberste Youtube-Regel: Sei du selbst. Ehrlichkeit sei wichtig, sagt Nilam Farooq alias Daaruum, eine der erfolgreichsten deutschen Youtuberinnen. „Wenn du das lange machen willst, merken die Leute sehr schnell, ob du dich verstellst“.

Dabei geht es auf Youtube nicht immer freundlich zu. „Die Kommentarkultur auf Youtube ist nicht so ganz Knigge-konform“, gibt Youtuber Dortschmann zu. Er startete jüngst mit anderen Videomachern eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit - auch wegen rassistischer Kommentare unter den eigenen Filmen.