LUXEMBURGLJ

Encevo-Gruppe mit solidem Ergebnis 2019 - Weiter hohe Investitionen in Netze und „Renewables“

Der Energiekonzern Encevo schließt das Jahr mit einem soliden Ergebnis ab und will auch weiterhin stark investieren und expandieren, um eine führende Rolle bei der Energietransition einzunehmen. Das sagte gestern Morgen Marco Hoffmann, der Vorsitzende des Direktionskomitees bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2019. Rund 211 Millionen Euro hat das sich größtenteils im Staatsbesitz befindliche Unternehmen (24,92 Prozent gehören seit ein paar Jahren China Southern Power Grid) in die Modernisierung und den Ausbau ihrer Netze und Infrastrukturen in der Großregion gesteckt - ein Rekord.

Allein die Netzsparte Creos Luxemburg wendete 147 Millionen Euro auf. Effiziente Netze seien ein Schlüssel für die Energiewende, unterstreicht der Konzern, der auch in Deutschland die Modernisierung seiner Gas- und Stromnetze weiter führt und das Geschäft in Frankreich ausbaut, während er sich aus dem belgischen Markt zurück gezogen hat.

Raus aus Biogas, rein in Wasserstoff

Ganz fallen gelassen hat Encevo mittlerweile die Biogassparte. CEO Claude Seywert erklärt das mit mangelnder Expertise innerhalb des Konzerns für diesen „relativ komplizierten biologisch-industriellen Prozess“. Encevo habe aber keine Anlage geschlossen, sondern für jede einen Käufer gefunden, sagte er. „Wir schauen uns das an“, entgegnete er indes auf die Frage nach dem Interesse des Unternehmens an Wasserstoff. Noch sei nichts spruchreif, aber man werde in Deutschland ein Pilotprojekt mit deutschen und französischen Partnern aufbauen. Encevo setzt, nicht zuletzt mit Blick auf den luxemburgischen Klima- und Energieplan sowie allgemein auf die Energiepolitiken in Europa, stark auf die „Renewables“ und insbesondere auf Windkraft und Solarpower.

Konzentration auf Windkraft und Solarpower

Nach der Inbetriebnahme von Photovoltaik-Kraftwerken mit einer Leistung von 13,9 MW in den Jahren 2019 und 2020 beginnt Enovos Luxembourg bis Mitte 2021 mit dem Bau einer neuen Serie von Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 19,5 MW auf dem Gebiet des Großherzogtums. Die entsprechende Energieproduktion werde dem Energieverbrauch von etwa 4.650 Haushalten entsprechen, heißt es. Parallel dazu entwickelt Enovos neun weitere Projekte mit verschiedenen Partnern wie ArcelorMittal, Arthur Welter, Goodyear, Hellmich, Post Luxembourg, RTL Group oder Voyages Vandivinit.

Darunter werden Installationen auf Gebäudedächern sein, weitere Freiflächenanlagen und – eine Premiere in Luxemburg - auf dem Wasser des Industriebeckens von ArcelorMittal in Differdingen schwimmende Photovoltaik-Paneele. Auch anderswo wird der Anteil an erneuerbaren Energien ausgebaut: Der Konzern konnte rezent erste Photovoltaikanlagen in den Niederlanden in Betrieb nehmen.

Sorgen um Auswirkungen der Pandemie

Enovos hat auch neue Lieferformen wie das „Power Purchase Agreement“ (PPA) für seine Kunden in Deutschland - etwa Daimler - und im Großherzogtum entwickelt. Das erlaube eine noch bessere Integration erneuerbarer Energien in die Energiemärkte und die wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Energien wird durch die Kombination planbarer (Wasserkraft) und volatiler Quellen (wie Wind und Photovoltaik) bedient. Die dritte Sparte des Unternehmens ist der Bereich „Technical Services“, der durch Akquirierungen weiter gestärkt wird. Zuletzt übernahm das Unternehmen Power Panels S.A., das auf die Planung und Montage von elektrischen Niederspannungssystemen und Steuer- und Regelschalttafeln spezialisiert ist.

Sorgen bereitet der Encevo-Gruppe indes die Covid-19-Pandemie, deren Auswirkungen auf die Kundschaft und die Energie- und CO2-Preise noch nicht vollumfänglich zu erfassen sind. Sie sieht sich aufgrund ihrer soliden Aufstellung allerdings gewappnet, härtere Zeiten zu überstehen.