LUXEMBURGANNETTE DUSCHINGER

Der Schmit’sche Aktionsplan zur „Garantie jeune“ von 2012 soll bis Juni 2014 umgesetzt sein

Am 5. Dezember 2012 hatte die Europäische Kommission vorgeschlagen, in jedem Land eine Garantie für Jugendliche auf Beschäftigung einzuführen. Nachdem der Vorschlag in verschiedenen Arbeitsgruppen diskutiert wurde, soll er am kommenden Donnerstag im EPSCO-Rat der Minister für Sozialpolitik, Beschäftigung und Gesundheit abgesegnet werden. Erst danach werde diese EU-Empfehlung anwendbar, schreibt Beschäftigungsminister Nicolas Schmit (LSAP) der „déi gréng“-Abgeordneten Viviane Loschetter.

Es waren zwei klare und knappe Fragen, mit denen sich Viviane Loschetter angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit von um die 20 Prozent an den Minister gewandt hat: Rechne der Minister damit, die Beschäftigungsgarantie für Junge umzusetzen und bis wann? Und nach welchen Modalitäten sollen die Politikziele „Beschäftigung“ und „Berufsausbildung“ koordiniert und integriert werden, um die Garantie für Junge umzusetzen? Schmit erinnert in seiner Antwort aber auch daran, dass er nicht erst auf die Kommissionsvorschläge gewartet hat, um aktiv zu werden.

Im März 2012 schon angefangen,Maßnahmen in die Wege zu leiten

Bereits im März vergangenen Jahres habe er den Sozialpartnern im Ständigen Beschäftigungskomitee einen Aktionsplan vorgestellt: Jedem Jugendlichen unter 25 Jahren, der auf den Arbeitsmarkt stößt, soll innerhalb von vier Monaten ein Job, eine Maßnahme zur beruflichen Eingliederung oder zur Verbesserung seiner Beschäftigungsfähigkeit, eine Berufsausbildung oder eine Qualifikation oder eine Rückkehr zur Schule für diejenigen, die vorzeitig die Schule verlassen haben, angeboten werden.

Zwei Pilotprojekte zur Weiterorientierung

Damit der Aktionsplan noch vor dem Juni 2014 umgesetzt werden kann, werde derzeit die Abteilung für Jugendbeschäftigung der ADEM verstärkt. Zudem arbeiten die verschiedenen Stellen zur beruflichen Orientierung der ADEM, des Bildungsministeriums und des „Centre National de Formation Professionelle Continue“ enger zusammen und treffen sich regelmäßig. In der im September 2012 eingeweihten „Maison de l’Orientation“ wurden verschiedene Regierungsbehörden zusammengelegt und es sind Pilotprojekte angelaufen. Ein erstes mit 51 Schülern im vergangenen Jahr, die die Formation auch abgeschlossen haben und weiterorientiert wurden entweder zurück zur Schule, zu einer Zusatzausbildung im Hinblick auf eine Lehre oder in einen Job. 56 weitere haben im Januar 2013 ein Projekt begonnen, das darauf konzipiert ist, den Weg zurück zur Schule zu finden.

Desweiteren wurde ein Gesetzesprojekt hinterlegt, das die speziell für junge Arbeitslose gedachten „Contrats d’Initiation à l’Emploi“ und die „Contrats d’Appui à l’Emploi“ besser an deren Bedürfnisse anpasst. Bekanntlich war die gesetzliche Grundlage dafür Ende letzten Jahres ausgelaufen.