LUXEMBURG/TRIER
CORDELIA CHATON

Patricia Brückner, Sekretärin der Moselkommission, über Trockenheit und ihre Auswirkungen

Luxemburg arbeitet seit vielen Jahren in Sachen Binnenschifffahrt mit seinen Nachbarn zusammen, und zwar in der Moselkommission, in der Vertreter aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg über Fragen wie Schleusen, Schiffbarmachung, Wasserschutz-Polizeidienste oder Abgaben sprechen. Der Vorsitz wechselt reihum zwischen den Uferstaaten. Das Sekretariat, das unter anderem die Sitzungen der Arbeitsgremien vor- und nachbereitet, hat seinen Sitz in Trier und wird hier von Patricia Brückner geleitet.

Sie kennt die vielen Fragen und natürlich auch die Diskussionen um die Trockenheit, die 2018 dazu führten, dass es teilweise Engpässe in der Benzinversorgung gab, weil die Tankschiffe nicht durchkamen. „2018 war für uns ein schlechtes Jahr, denn wenn es auf dem Rhein Niedrigwasser gibt, dann schlägt das hier durch“, stellt sie fest.

„Wir haben normalerweise immer eine garantierte Mindesttiefe von 2,80 m. Das reicht für Großschifffahrtsschiffe - wie tief sie samt Ladung liegen, müssen sie dann selbst gucken.“ Laut Brückner ist es eher ein Rhein- als ein Moselproblem. „Wir treffen natürlich gewisse Vorkehrungen, beispielsweise werden die Schiffe zum Schleusen gruppiert“, erklärt sie.

Kleinschiffe als Reaktion auf den Klimawandel

Der Klimawandel ist ein Thema, mit dem die Moselkommission sich zwangsläufig beschäftigen muss. „Es gibt zwar viele Studien, wie sich das entwickeln wird, aber es gibt keine einheitliche Meinung. Es ist unklar, was die Zukunft bringt“, sagt die Brückner. Viele Reeder würden überlegen, mehr Kleinschiffe anzubieten. „Dadurch kann man weniger laden, das Durchkommen ist einfacher.“ Ein weiteres Problem sei der Schiffs-Propeller. „Der ist oft so groß ist, das er auf Grund läuft.“

Brückner beobachtet, dass das Gewerbe vermehrt auf so genannte Koppelverbände zurückgreift. „Das sind Schiffe, die die Ladung untereinander verteilen.“ Luxemburg habe nicht nur Binnenschifffahrt, sondern auch Fahrgastschifffahrt. Der Hafen Mertert schlage noch relativ viel Container um. „Er übernimmt auch überdimensionierte Produkte wie lange Kräne oder Flügel von Windkrafträdern sowie Tankschifffahrt“, weiß die Expertin.

http.//www.moselkommission.org