NIEDERANVEN
PATRICK VERSALL

Zweites „Grünschnitt“-Kurzfilmfestival am 4. und 5. Juli in Niederanven

Kulturhäuser, die sich auf unbegangene Pfade begeben und Programmexperimente wagen, werden in der Regel vom Publikum für ihren Mut und ihre Pionierarbeit belohnt, indem es die Vorstellungen gut besucht. So erging es dem Kulturhaus Niederanven (KHN), das seit vergangenem Jahr das einzige Freiluft-Kurzfilmfestival hierzulande organisiert. Da Kurzfilme in der Regel vom Kinopublikum misstrauisch beäugt werden - zu experimentell oder zu unprofessionell inszeniert - gingen die Veranstalter mit ihrem Konzept ein erhebliches Risiko ein.

Reüssierter Einstand

Doch der „Grünschnitt“ ging keineswegs baden: Weder im wahren noch im übertragenen Sinn des Wortes. Das Publikum nahm das Angebot an, der Wettergott, scheinbar ein Filmfan, verschonte das Festival im vergangenen Jahr mit Sommergewittern. Das Kulturhaus aus Niederanven hatte keine akademischen Filmexperimente auf das Programm der ersten Auflage gesetzt, da man ein möglichst breites Publikum ansprechen wollte, das bei angenehmen sommerlichen Wetterbedingungen einen kurzweiligen Filmabend im Garten des KHN verbringen konnte.

Keine Änderung am Konzept

Bestärkt durch den Erfolg der Premiere im vergangenen Jahr organisiert das KHN am 4. und 5. Juli die zweite Auflage des „Grünschnitt“. Das Konzept des letzten Jahres wurde beibehalten: Freitagabends werden in entspannter Atmosphäre Kurzfilme für Erwachsene projiziert, am Samstagnachmittag wird ein spezielles Kurzfilmprogramm angeboten, das auf ein junges Publikum ab etwa sechs Jahren zugeschnitten ist. Stéphanie Neiers und ihre beiden Kolleginnen sind auf etliche Filmemacher und deren Arbeiten in Filmfachzeitschriften gestoßen. Im Winter begann man jene Regisseure anzuschreiben, deren Arbeiten das KHN auf dem Sommerfestival gezeigt werden sollten.

Um die hundert habe man kontaktiert, von den meisten habe man eine positive Antwort erhalten, so Stéphanie Neiers. Pro Film muss das Kulturhaus zwischen 30 bis 200 Euro hinblättern. Im Freitagsprogramm finden sich auch etliche Abschlussarbeiten junger Filmstudierender wieder. Man wolle diese Filme auf dem „Grünschnitt“ vorführen, da die Regisseure nicht oft die Gelegenheit erhalten, ihre Arbeiten vor einem Publikum zu zeigen.

Noch keine Gäste

Auf dem zweitägigen Festival laufen außerdem luxemburgische Filme, an der Entstehung zweier Werke war das KHN beteiligt. Ein Kurzfilm ist das Produkt eines Workshops, der im Kulturhaus stattfand, ein weiterer entstand in Zusammenarbeit mit einer Grundschulklasse aus Contern. Der Oscar prämierte Mr.Hublot läuft ebenfalls im Garten des Kulturhauses.

Genau wie bereits im vergangenen Jahr wurden keine Regisseure nach Niederanven eingeladen, um ihre Werke vorzustellen oder um Vorträge zu halten. Aus organisatorischen Gründen sei dies momentan auch nicht machbar, erklärt Stéphanie Neiers.

Und ergänzt, dass man aber vielleicht in Zukunft die eine oder andere Konferenz mit einem Filmschaffenden während des Festivals organisiere.


Das Festival beginnt am Freitag um 20.30, am Samstag um 15.00. Bei sehr schlechtem Wetter werden die Filme im Kulturzentrum gezeigt. Eintritt: 8 Euro; 5 Euro für alle unter 26 Jahren. Alle Informationen zu den einzelnen Filmen sowie dem Rahmenprogramm finden Sie unter www.gruenschnitt.lu