LUXEMBURG
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53. Autofestival: Luxemburger Autobranche fühlt sich gewappnet für die Zukunft

Die Automobilbranche befindet sich mitten in einem bedeutenden Wandel, der durch Heraus- und Anforderungen an Umweltverträglichkeit, den zunehmenden Einsatz neuer Technologien und die fortschreitende Globalisierung an die Automobilunternehmen gekennzeichnet ist. Zu diesem Fazit gelangt nicht nur IBM in der „Automotive 2020“-Studie, bei der 125 weltweit führende Automobilunternehmen aus 15 Ländern befragt wurden, sondern auch die Teilnehmer des gestrigen Rundtischgespräches anlässlich der Konferenz zum Autofestival 2017.

Die Präsidenten der „Association des Distributeurs Automobiles Luxembourgeois“ (ADAL) und der „Fédération des Garagistes du Grand-Duché de Luxembourg“ (Fegarlux), Ed Goedert und Philippe Mersch, sowie der zuständige Minister François Bausch analysierten generell den Automobilsektor und die Mobilität. Schnell wurde betont: „Wir sind zufrieden mit 2016.“ Die Branche mit den 7.000 Beschäftigten muss sich erweiterten Kundenanforderungen stellen; die Kunden sind bezüglich Umweltverträglichkeit und Ressourcenverbrauch gut informiert. Zunehmend werden neue Nutzungsformen und flexible Transportlösungen nachgefragt. Dies ist allen Parteien der Branche bewusst.

Dieselabsatz sinkt - Stückzahl bleibt

Festgestellt wurde 2016, dass der Diesel von 70 auf 64 Prozent gefallen ist, und doch hat er seine Absatzzahlen gehalten. „Dies zeigt, es geht uns gut“, so Goedert. Mersch ergänzte mit Blick auf das Autofestival: „Die Luxemburger wechseln etwa alle drei Jahre ihr Fahrzeug.“ Dies habe eine Studie ergeben, nach der 91 Prozent der Luxemburger auch ihren Wagen in Luxemburg kaufen. Das belege den Erfolg des Autofestivals. „Der Kunde kommt zu uns, das ist eines der Erfolgsgeheimnisse.“ Hierdurch wird aber auch ein besonderes Verhältnis aufgebaut. Darüber hinaus stehen insbesondere die Hybrid- und Batterietechnologie über das Jahr 2020 hinaus auf der Agenda.

Fortschritt in den Fahrzeugen

Auch neue Funktionen für sämtliche Komponenten des Autos werden zur Verfügung stehen. Fahrerassistenzsysteme werden eine durchgängige Unterstützung bei der Navigation bieten und den Fahrer auch wesentlich besser über Ereignisse in seiner gesamten Umgebung informieren, da ist sich die Branche auch in Luxemburg einig. „Und dafür brauchen wir Experten, eine globale Ausbildung und Weiterbildung - da müssen wir uns alle Gedanken machen“, sagte Mersch. Dafür wurde auch die Homepage Myauto.lu modernisiert. „Informationen auch zu Arbeitsplätzen kam man hier abrufen“, sagte Goedert. Diese Seite ersetzt übrigens nun das Jahresverzeichnis.

Mobilität im Wandel - neue Ideen

„Die Luxemburger sind nicht anders als andere EU-Bürger. Auch sie stellen sich dem Mobilitätsproblem. Wir wissen, dass wir dringend andere Kombinationen brauchen“, sagte Minister Bausch. Auch Automobilunternehmen und Händler müssen hier neue Wege finden, um den Kontakt mit ihren anspruchsvollen Kunden zu halten und zusätzlichen Mehrwert für sie zu schaffen, sagte Goedert. „Wir Autohändler müssen innovative Mobilitätslösungen entwickeln und anbieten.“ Dazu würden neue Nutzungsformen und integrierte Transportmodelle zählen. Die Kunden entwickeln eine neue, umfassendere Vorstellung von Mobilität, die auf mehr Sicherheit, vollständige Information und Umweltschutz setzt.“ So kündigte Bausch für September eine Art „Mitfahrservice“ über App, ähnlich wie Uber an. Im Sommer erfolge eine Pilotphase, so der Minister. Auch Aspekte wie „Mit dem Auto zum Zug“ würden in Initiativen umgesetzt werden, sagt Bausch. „Ein Aspekt, den die Jugend heute schon teilweise umsetzt“, unterstrich Goedert.

Dazu zähle auch, dass eventuell Plug-in-Hybrid-Wagen in eine Steuerförderphase kommen könnten, regte Mersch in Richtung der Politik an. Bausch sagte dazu, dass sich hier auch der Preis der E-Wagen sicher entsprechend anpassen würde und so eine Attraktivität darstellen würde. „Bis 2020, davon gehen die Experten aus.“

Neues Online-Registrierungssystem für Händler

Am Rande der Pressekonferenz ging Manuel Ruggiu von der SNCA auf das etwas veränderte Reservierungssystem für die Werkstätten ein und erklärte, wie man Termine rund um die Uhr online stellt. Eine Nummerschildreservierung sei ab Ende des ersten Trimesters 2017 möglich. Ab dem vierten Trimester ist eine Anmeldung von Neuwagen durch die Autohändler online möglich.


Alle Infos rund um die Branche, die Föderationen oder auch Stellenausschreibungen gibt es auf der modernisierten Internetseite myauto.lu - die Seite passt sich allen Nutzergeräten im Layout an