LUXEMBURG
JEFF KARIER

Philippe Dugast als neuer Chefkoch des „Domaine de la Gaichel“ vorgestellt

Etwas versteckt gelegen bietet das „Domaine de la Gaichel“ seit Generationen eine hohe gastronomische Küche in einem bezaubernden Ambiente. Nach mehr als 20 Jahren hat nun der Küchenchef Claude Lampson die Kochhaube an Philippe Dugast weitergegeben. Dugast kennt das Haus bereits sehr gut, immerhin arbeitete er etwa elf Jahre unter Lampson als Souschef und konnte seine Vision einer modernen gastronomischen Küche einfließen lassen.

Nicht zu kompliziert

„Mir ist es wichtig, keine überkomplizierte Küche zu kochen. Die Produkte, die wir verwenden, sollen im Vordergrund stehen“, erklärt Dugast. In seiner gastronomischen Handschrift findet sich ein klarer japanischer Einfluss wieder, der allerdings nicht überhandnimmt. Im Kern ist und bleibt es französische Küche, die er bietet, greift aber immer mal wieder auf asiatische Produkte und Gewürze zurück. Dabei achtet er darauf, dass diese frisch sind und arbeitet dazu mit einem einzigen Zulieferer zusammen, der das auch garantieren kann.

Von der Kreativität Dugasts und der Qualität der verwendeten Produkte konnten sich einige Pressevertreter gestern einen Eindruck machen. So gab es als Häppchen unter anderem eine kleinere Version eines Gerichts von Dugast, Hummer mit einer Blutwurst-Mousse und etwas Kiwi vereint. Die Frucht sorgt für eine erfrischende Säure und rundet diese spannende sowie gelungene Kombination ab.

Als Amuse-Bouche gab es ein Carpaccio vom Hummer, gefolgt von weißem Spargel mit einigen Scheiben hausgeräuchertem Rindfleisch und einer „Mousseline de combawa“. Als Hauptgang bereiteten Dugast und sein Team ein „Carré de porcelet luxembourgeois“ mit geräuchertem Paprika, gemahlenem Apfel und Erbsengemüse zu. Den Abschluss bildete ein „Finger noix de coco ananas“.

Weiterhin interessant und frisch

Der 39-jährige Küchenchef stammt aus der Bretagne und er lernte seinen Beruf in Nantes. 2001 verschlug es ihn nach Luxemburg. Anfangs im Restaurant von Renato Favaro, legte er drei Jahre später einen Zwischenstopp im Restaurant „Les Roses“ im „Casino2000“ ein, bevor er in die „Gaichel“ wechselte. „Das war etwa zur gleichen Zeit als ich und mein Mann in den Familienbetrieb einstiegen“, erinnert sich Céline Gaul, deren Eltern Michel und Claudine Gaul das Domaine zuvor leiteten. „Wenige Wochen später verlor das Restaurant überraschend seinen Stern. Trotzdem blieb Dugast“, führt Gaul aus, was sie und ihr Mann Erwan Guillou ihm hoch anrechnen. Gemeinsam erkämpften sie sich den Stern im Jahr darauf zurück. 2013 übernahmen Gaul und Guillou die Geschäfte komplett und renovierten das Sternenrestaurant der „Gaichel“. Der jetzige Wechsel in der Küche ist somit eine Weiterführung der Erneuerung, die dafür sorgt, dass das „Domaine de la Gaichel“ den Bedürfnissen der Gäste entspricht, und dass das Haus, das 1852 gegründet wurde, interessant und frisch bleibt. Dies sei laut dem Paar aktuell besonders wichtig, denn die Konkurrenz in und rund um die Gemeinde Hobscheid sei in den letzten Jahren gestiegen. Besonders neue Namen würden viel Aufmerksamkeit bekommen und etablierte Häuser, die seit vielen Jahren auf hohem Niveau ihre Gäste zufriedenstellen, in den Hintergrund rücken. Deshalb sind langjährige und treue Kunden sehr wichtig. „Damit diese bei uns auch Abwechslung finden, passen wir unsere Karte regelmäßig an. Außerdem gibt es für Vegetarier und Veganer eine attraktive Auswahl“, erklärt Gaul.

Unser Eindruck nach dem Besuch ist ein durchweg positiver. Die „Gaichel“ bietet auch unter dem neuen Chefkoch eine hochwertige gastronomische Sterneküche, die Kreativität und Tradition wunderbar vereint und die man in einem wunderschönen Rahmen genießen kann.

www.lagaichel.lu