LUXEMBURG
ANNETTE DUSCHINGER

Regionalgeld „Beki“ wurde ein Jahr alt - Mittlerweile sind 157.458 Bekis im Umlauf

Vor einem Jahr wurde es eingeführt und kontrovers diskutiert: Das Regionalgeld „Beki“ des Kantos Redingen, das von der Vereinigung „De Kär asbl“ verwaltet wird und den regionalen Wirtschaftskreislauf stärken sollte. Wurde das Ziel erreicht, die Kaufkraft in der Region zu halten? Oder zeigen sich etwa auch andere Effekte? Wir fragten bei Max Hilbert vom De Kär nach und siehe da: „Es ist besser gelaufen als wir dachten. Wir hatten mit 120.000 Beki gerechnet.“

Die Bilanz nach einem Jahr zeigt, dass mittlerweile 157.458 Bekis in Umlauf gebracht wurden. Vor einem guten halben Jahr waren es noch 70.000. Gut die Hälfte - genau 86.777 Bekis wurden auch schon von den Betrieben und Organisationen, die den Beki akzeptieren in Euro wieder umgetauscht.

71 Organisationen und Betriebeakzeptieren den Beki

Aber nicht nur der Beki hat sich vermehrt, auch die Zahl der Unternehmen und Vereinigungen, die sich dem Beki angeschlossen haben ist mittlerweile stark gestiegen: Waren es anfänglich 41 und im vergangenen Sommer schon 60, so sind es heute 71 in den acht Orten des ländlichen Kantons, bei denen man mit dem Beki bezahlen kann. Und gewachsen ist auch die Mitgliederzahl von „De Kär“.

202 Personen sind im vergangenen Jahr Mitglied geworden, sodass „De Kär“ heute 370 Mitglieder zählt: Mitglied muss man dort auch sein, um überhaupt in den Genuss von Bekis zu kommen. Man bekommt sie dann in jeder Bankfiliale des Kantons.

2.603 Beki konnten bereits gespendet werden

Ansonsten hat sich bei den teilnehmenden Geschäften keine große Umsatzsteigerung eingestellt. Es seien aber leicht mehr regionale Produkte in die Verkaufspalette aufgenommen worden und einer Umfrage unter den Mitgliedern von „De Kär“ zeigt, dass man sich mehrheitlich mehr Gedanken über sein Konsumverhalten macht, 15 Prozent haben ihr Konsumverhalten schon zugunsten der lokalen Geschäftswelt verändert und nutzen die Regionalwährung regelmäßig - zumindest das hat der Beki schon bewirkt. „Man sollte nicht vergessen, dass das Projekt langfristig angelegt ist“, sagt Max Hilbert. „Wir merken jetzt schon eine deutliche Korrelation zwischen dem Beki und dem Konsumverhalten. Da kann man schon von einem Erfolg sprechen.“

Ein weiterer Pluspunkt für den Beki zeigt sich auf sozialem Gebiet: Beim Umtausch zurück in Euro fällt eine Gebühr von fünf Prozent an, die zu zwei Fünfteln dazu dient, den Verwaltungsaufwand zu decken und zu drei Fünfteln in Form einer Spende ausgegeben wird. 2.603,31 Beki werden so demnächst an Behindertenwerkstätten und für Schulprojekte verwendet werden - die De Kär-Mitglieder bestimmen dabei, welche Projekte in welcher Höhe unterstützt werden sollen.

Beim „Chiemgauer“, einer Regionalwährung in Bayern, die als die erfolgreichste in Europa gilt, waren nach einem Jahr übrigens „nur“ 68.286 im Umlauf. Dass der Beki nunmehr auf mehr als das Doppelte kommt, kann man durchaus als einen ermutigenden Start ansehen.