LUXEMBURGSVEN WOHL

Spielfokus: Resident Evil

Horror hat überlebt. Anders formuliert: Das Original des Videospielhorrors hat bis heute Bestand. „Resident Evil“ war und ist einer der bekanntesten Namen der Videospielindustrie. Das liegt sicherlich auch an der Präsenz der grottenschlechten Filme, aber es sind vor allem die Spiele, die es lange schafften, Maßstäbe zu setzen. Das Original setzte dabei so viele, dass es bereits nach sechs Jahren ein Remake erhielt.

Horror-Grafik

Im Jahr 1996 war Horror in Videospielen eigentlich kaum ein Thema. Einzig „Alone in the Dark“ konnte bis dahin einige Akzente in diese Richtung setzen, und tatsächlich wirkt „Resident Evil“ wie eine Weiterentwicklung dessen.

Eine Spezialeinheit der Polizei des amerikanischen Städtchens Raccoon City mit dem hübschen Kürzel STARS macht sich auf, um eine Serie von Mordfällen zu klären und landet, ohne Kontakt zur Außenwelt, in einem alten Anwesen. Das wäre ja nicht so unangenehm, wäre es nicht bis zum Rande mit Zombies und unzähligen Monstern gefüllt. Es gilt also, einen Ausweg aus der Situation zu finden, und das möglichst schnell.

Zum Glück sind die Figuren gut ausgerüstet, so können sie mit allen möglichen Waffen umgehen und sich damit auch gegen die Monster verteidigen. Doch die Steuerung arbeitet hier gegen die Spieler, denn sie ist umständlich und langsam. Das wirkt aus heutiger Sicht archaisch, sorgte aber damals für viel Spannung. Grauenvoll wirkt heute nur noch die Grafik von damals, die Zombies jagen keinem mehr einen Schrecken ein. Dies sollte sich 2002 ändern.

Aufgefrischte Zombies

Denn in dem Jahr 2002 erschien für Nintendos Gamecube das Remake des Originals. Detaillierte Modelle und Hintergründe schafften hier neue optische Dimensionen, die man bis dato nicht gesehen hatte. Zeitgleich hatte Nintendo eine tolle Werbung für den damals noch neuen Gamecube. Denn das Spiel bewies zum einem, welche Grafik möglich war, und dass Nintendo nun auch wesentlich stärker Erwachsene ansprechen wollte. Geändert hatte sich am eigentlichen Prinzip des Spieles nichts: Immer noch sollen die Spieler das Herrenhaus erkunden, Rätsel lösen und Zombies eliminieren. Nur ist das Remake auch heute noch gruselig! Was sich leider nicht bei der Neuauflage gebessert hat, war die statische Kamera. Denn da die Hintergründe vorgerendert werden, bleiben großartige Kameraschwenks hier noch aus.

Aus heutiger Sicht ist damit das Remake natürlich zu bevorzugen. Die vielen kleinen Verbesserungen in der Steuerung und Inszenierung machen es zum attraktiveren Titel. Nur ist er schwieriger zu finden: Entweder die interessierten Spieler treiben eine Kopie des Gamecube-Remakes auf, oder sie haben Glück und stolpern über eine Neuauflage für die Wii. Die ursprüngliche PlayStation-Version ist auf PlayStation Network für PlayStation 3 erhältlich. Die Version für Sega Saturn kann für Sammler interessant sein, da ein Extra-Modus darin zu finden ist, der exklusiv blieb.