Wenn man June Curiel zum ersten Mal sieht, weiß man sofort, dass diese Frau etwas Besonderes macht. Es handelt sich nicht um eine „Null-acht-fünfzehn-Lady“. Nein, June arbeitet als freischaffende Künstlerin und Illustratorin in Brüssel. Um über die Runden zu kommen, nimmt sie zahlreiche Nebenjobs an. Dem „Journal“ erzählt die Spanierin, wie Illustrationen ihr Leben verändert haben.
Wie kamst Du zu den Illustrationen?
June Curiel Ich habe bereits als Kind immer und überall drauf los gemalt. Vor allem in der Schule, während des Unterrichts, war alles nachher voll gemalt. Beim Zeichnen konnte ich meinen Gedanken freien Lauf lassen. Da ich aus einem konservativen Umfeld komme, war dies die einzige Möglichkeit, mich so auszudrücken, wie ich wollte.
Wie zeichnest Du sie?
Curiel Nach langem Experimentieren mit Bleistift und Tinte, beschloss ich, das Ipad als Werkzeug zu nutzen. Ich entwickelte dadurch einen neuen Stil. Es geht einfach, schnell und passt sich besser an. Mit dieser Technologie kann ich auch auf den letzten Drücker noch Änderungen vornehmen. Die Zeichnungen bleiben somit immer aktuell, was mich sehr freut.
Wo kann man deine Illustrationen finden?
Curiel Auf meiner Webseite: Junecuriel.com, auf Instagram und Facebook.
Was inspiriert Dich?
Curiel Richtige Dramen inspirieren mich immer, meine Familie, Dinge die ich durchlebe, Literatur, Poesie und Psychologie.
Willst Du mit den Zeichnungen immer etwas ausdrücken?
Curiel Hinter jeder Zeichnung steht meine persönliche Message, mein Weltbild als Künstlerin. Ich mag auch Zitate diverser Autoren. Aber auch „Juju Bruxelles“, einer meine Figuren, steht ohne Text immer für etwas. Kunst sollte immer mit einer Vision verbunden sein.
Welche Pläne hast Du?
Curiel Ich arbeite an verschiedenen Büchern, so an einem mit einem amerikanischen Poeten. Darüber möchte ich momentan noch nicht viel verlauten lassen. Das andere beschäftigt sich mit der Alzheimer-Krankheit meines Vaters.
Könntest Du dir vorstellen, einmal in Luxemburg zu arbeiten?
Curiel In Luxemburg bewegt sich sehr viel in der Kunst- und Kommunikations-Branche. Ich würde gerne mehr über das Land entdecken, über die Kunst und die Bevölkerung.
Was magst Du besonders an deinem Job?
Curiel Als Illustratorin kann ich meine ruhige Seite und meine kommunikative Seite ausleben. Ich lerne, an meine Grenzen zu gehen und aus der Komfort-Zone herauszukommen. Wenn ich zum Beispiel vor vielen Leuten reden muss. Das gibt mir Selbstbewusstsein und macht mich glücklich.
Ist es schwer als Freischaffende zu arbeiten?
Curiel Ja! Diese Karriere verläuft nicht wie in einem „normalen“ Beruf, sondern, um ehrlich zu sein, eher bizarr. Ich muss meinen künstlerischen Job immer mit normalen Standard-Jobs verbinden. So kann ich mir selbst treu bleiben, um das zu schaffen, was ich wirklich machen will. Ich träume aber davon, irgendwann von den Zeichnungen leben zu können.
www.junecuriel.com





