RINDSCHLEIDEN
CLAUDE KARGER

Der Meditationspfad in Rindschleiden gibt dem Besucher Einiges mit auf den Weg

Wer ein besonders ruhiges Fleckchen Luxemburg sucht, findet es hier: In Rindschleiden, dem kleinsten Dorf im Ländchen, ist die Zeit stehen geblieben. Und es ist hier ausgesprochen still, was auch mit der geografischen Lage des Ortes zu tun hat, abgelegen in einem Tal, umgeben von Hügeln. Kein Wunder, dass man auf die Idee kam, dort einen Meditationsweg anzulegen: Der „Randschleider Pad“, der mit Unterstützung von EU-Geldern im Oktober 2010 nach dreijährigen Arbeiten eröffnet werden konnte. Wobei viele Freiwillige Hand mit anlegten und man sich mitunter Inspiration in Österreich holte. 

Um die Willibrordusquelle herum gibt es einen kleinen Park - Lëtzebuerger Journal
Um die Willibrordusquelle herum gibt es einen kleinen Park

Der Pfad mit dem Rad – das Symbol des ewigen Zyklus des Lebens – ist zwar nur knapp anderthalb Kilometer lang, bietet aber nicht nur schöne Ausblicke auf die Landschaft, sondern auch reichlich Stoff zum Nachdenken. Denn auf dem Weg findet man zahlreiche philosophische Zitate und Kunstwerke, die zur Selbstreflexion anspornen.

Eingang in den bewaldeten Teil des Meditationspfads - Lëtzebuerger Journal
Eingang in den bewaldeten Teil des Meditationspfads

Welchen Platz habe ich auf dieser Erde, in diesem Universum? Den Besucher diese Frage aus unterschiedlichen Perspektiven mit allen Sinnen erörtern zu lassen, das scheint die Absicht des Meditationspfades zu sein, der dem Spaziergänger jedenfalls einiges mit auf den Weg gibt.

Der Himmel über Rindschleiden - Lëtzebuerger Journal
Der Himmel über Rindschleiden

Wallfahrtsort und charmanter Treffpunkt

Der Weg knüpft auch an die spirituelle Tradition der in der Gemeinde Wahl gelegenen Ortschaft an, denn Rindschleiden ist seit Jahrhunderten ein Wallfahrtsort. Jährlich zu Pfingsten wird die Tradition gepflegt, die zur Kirche führt, dessen Grundstein vom Heiligen Willibrord gelegt worden sein soll. Die dem Missionar geweihte Stätte, deren spannende Geschichte man sich auf Knopfdruck anhören kann, ist ein Kleinod, in dem noch Fresken aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhalten sind. Rindschleiden scheint stets ein kleiner Ort gewesen zu sein. Auf jeden Fall gibt es keine Anhaltspunkte, dass er in früheren Zeiten zahlreicher besiedelt gewesen sein soll. Die Pfarrkirche, ein Pfarrhaus, das Haus des Küsters, ein Hof – „An Hoppsch“ ist heute das Museum Thillenvogtei untergebracht, in dem man entdecken kann, wie die Landwirte um 1900 lebten – und ein niedriges Gebäude, das einst eine Gemeinschaftsschule für die Kinder von Rindschleiden und den umliegenden Ortschaften war, später ein Schweinestall und heute das „Café Miro“, auch bekannt als „De klenge Randschelter Bistrot“, das zu einem überregionalen Treffpunkt wurde. So ist im beschaulichen Rindschleiden, wo seit einigen Jahren sogar einer der kleinsten Adventsmärkte des Landes stattfindet, übers Jahr gesehen eigentlich immer was los.

www.thillenvogtei.lu

www.rindschleiden.lu