Das, was Astrid Lulling („Geliebt, gehasst und jetzt gedemütigt“, wie das www-wort die ganze Chose gestern in einer nostalgischen Fotoreportage zusammenfasste) heute ist, das war Erna Hennicot-Schoepges schon vor vielen Jahren, nämlich stocksauer auf ihre Partei. Allerdings mit dem Unterschied, dass die eine sauer ist, dass sie nicht mehr nach Brüssel darf (Viviane Reding sei Dank), derweil die andere seinerzeit sauer war, dass sie nach Brüssel musste (Jean-Claude Juncker sei Dank).

Inzwischen hat sich Frau Hennicot aber wieder beruhigt, und zwar dermaßen arg, dass sie sogar schon wieder seit längerem ein gewisses Pläsier empfindet, den nicht christlich-sozialen Gegner zu piesacken. Wen sie absolut nicht mag, das ist Noch-LSAP-Parteipräsident Bodry, denn der beschimpft immer die CSV. „Wo war er denn während all der Zeit, als er noch Minister mit der CSV war, und dann als führender LSAP Politiker“, fragt sich die CSV-Rentnerin diese Woche auf ihrem Blogdings in ihrem unnachahmlichen Stil. „Drei Regierungsperioden mit der CSV und dann nur Schelte für den ehemaligen Partner?“ Wie wenig glaubwürdig der Mann sei, werde „seine weitere Laufbahn noch zeigen“. Wir unsererseits sind jedenfalls schon mal kräftig gespannt...