LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Israel Horovitz hat sein Theaterstück „My Old Lady“ verfilmt

Israel Horovitz ist auf dem Gebiet des Theaters kein Unbekannter. Er schrieb über 70 Theaterstücke, darunter „The Indian Wants the Bronx“ und „Park Your Car in Harvard Yard“. Sein Stück „My Old Lady“ wurde 2002 Off-Broadway gespielt, nun hat der Autor es selber verfilmt. Abgesehen vom Dokumentarfilm „3 Weeks After Paradise“ ist dies die erste Kinoproduktion, bei der er Regie führte.

Das Unding mit der Leibrente

Guter Dinge fliegt Mathias „Jim“ Gold (Kevin Kline) von New York nach Paris, wo er das Erbe seines Vaters antreten soll. Auf diese Weise hofft er all seine Geldsorgen los zu werden. Die Wohnung, die sein Vater ihm vererbt hat, scheint viel Geld wert zu sein, allerdings hat die Sache mehrere Haken!

Seit 70 Jahren lebt die etwa 90-jährige Mathilde Girard (Maggie Smith) dort, die das Appartement an Mathias’ Vater auf Leibrente (Viager) verkauft hat. Sie erfreut sich bester Gesundheit und hat nicht vor, den Löffel abzugeben. In anderen Worten: Jim muss ihr jeden Monat 2.500 Euro Miete zahlen , bis sie stirbt.

Chloé (Kristin Scott Thomas), Mathildes Tochter, wohnt ebenfalls dort. Eine weitere Überraschung für Jim ist, dass Mathilde eine Affäre mit seinem Vater hatte. Jetzt braucht Jim dringend Geld, um die fällige Miete zu bezahlen, ansonsten wird der Vertrag hinfällig. Er sucht und findet ebenfalls einen willigen Käufer, Monsieur Lefebvre (Dominique Pinon). Da es noch eine Zeit lang dauern wird, bis der KVertrag unterschrieben ist, verkauft Jim alten Kram aus der Wohnung an einen Antiquitätenhändler (Christian Rauth), um so seine Schuld begleichen zu können. Je mehr er sich mit Chloé streitet, umso mehr verliebt er sich in sie. Irgendwann fragen sich die beiden, ob sie nicht Bruder und Schwester sein könnten.

Grandiose Maggie Smith

„Gut, dass es Maggie Smith gibt!“, so könnte man den Film untertiteln. Die große alte Dame des britischen Films wird am kommenden 28. Dezember 80 Jahre alt! Sie versprüht immer noch eine Unmenge Charme und Humor. Ihr Humor kommt dieser doch etwas steifen Geschichte zu Gute. Als Mathilde behält sie Jim im Griff, indem sie ihm kleine Häppchen ihrer einstigen Liaison mit seinem Vater preisgibt. Stets tut sie dies mit bissigen Humor, bleibt ihrem britischen Stil treu, selbst wenn sie in Paris lebt.

Kevin Kline überzeugt eher am Anfang des Films, als er mit positiven Gefühlen nach Paris kommt. Als Dieb in der Not gefällt er mit einigen guten Gags. Leider verflacht seine Interpretation in der sich anbahnenden Liebesaffäre mit Chloé.

Das liegt an Kristin Scott Thomas, die sehr blass in ihrer Rolle wirkt. Sie wächst in keinem Moment in diese Frau hinein, die mit ihrer Mutter lebt und leidet, und kein wirkliches Eigenleben hat.„My Old Lady“ lebt sicher von der Interpretation einer überragenden Maggie Smith, und weniger von seiner wenig originellen Regiearbeit.