CLAUDE KARGER

Nachdem die politische Biographie jetzt erscheint - wie berichteten über „Merde alors!“ - muss aber irgendwann auch jemand die Geschichte von Jean Asselborn als Sportskanone dichten. Wo immer er nur kann - egal ob Wind oder Wetter - steigt der Velo-Crack nämlich auf seinen geliebten Karbonesel, auf dem er bekanntlich jedes Jahr im Sommerurlaub auf seinen heiligen Berg, den Mont Ventoux, pilgerfährt. Und das Training läuft bereits auf Hochtouren. So strampelte „Jang“ laut RTL am Sonntag mit einer sympathischen Studentin durchs Ländchen, die kürzlich aus Protest gegen Grenzschließungen während der Covid-19-Krise 800 Kilometer von Hamburg nach Oberpallen geradelt war und den rasenden Chefdiplomaten per Videobotschaft aufgefordert hatte, mal gemeinsam eine Runde zu drehen. Gesagt, getan. Am Ende hatte der 71-Jährige 115 Kilometer auf dem Tacho und 2.017 Kalorien weg. „A wéi de Lëtzebuerger Minister betount, alles covid-conform“, wie RTL berichtete. Man kann ja nie zu oft wiederholen, wie wichtig der Respekt der Barrieregesten bleibt. Denn wie schrieb der „T“-Leitartikler gestern: „ein Punkt dürfte in der Zwischenzeit klar sein: Von ganz alleine sind auch Luxemburger keine besonders vorsichtigen und disziplinierten Menschen. Das ist eigentlich ganz sympathisch, aber in diesen Zeiten leider gefährlich“.