LUXEMBURG
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Liebesbeziehungen in den digitalen Medien zeigen: Nicht ohne Risiko

Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht: so heißt es in einem bekannten Schlager. Aber was, wenn die Liebe doch bricht, die im digitalen Zeitalter sehr gerne auch im Internet und in den sozialen Medien gelebt wird? Was passiert dann mit den romantischen bis sexy Bildern und Botschaften die in der digitalen Sphäre zirkulieren? Welche Gefahren drohen bei Missbrauch von Selfies und anderen intimen Einblicken? Die Initiative BeeSecure, die für eine sichere Benutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien sensibilisiert, hat nun in seiner Beitragsserie „Love Stories“ ein entsprechendes Dokument ausgearbeitet.

70.000 Posts bis zur Volljährigkeit

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ ist die Analyse überschrieben, in der interessante Zahlen genannt werden: Bevor Kinder selbst Selfies posten, haben die Eltern bereits oft Fotos von ihnen ins Netz gestellt. In einer britischen Studie wurde festgestellt, dass Eltern im Durchschnitt 1.300 Fotos und Videos von ihren Kindern gepostet, wenn diese das Alter von 13 Jahren erreichen. Wenn die Kinder anfangen, selbst zu posten, steigt diese Zahl explosionsartig an: Bei einem Durchschnitt von 26 Social-Media-Posts am Tag sind das fast 70.000 Posts bis zu ihrer Volljährigkeit. Selfies spielen besonders bei Jugendlichen eine große Rolle. Laut einer deutschen Studie machen 85 Prozent der Jugendlichen Selfies, 26 Prozent sogar täglich.

Bei Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren standen 2018 übrigens weniger Facebook als der Messenger-Dienst Whatsapp, sowie die Plattformen Youtube, Instagram und Snapchat ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Fakt ist, dass die digitalen Medien das Verhalten und die Kommunikation im Bereich Sexualität sowie der Umgang damit verändert haben.

Erpressung ist ein Straftatbestand

Online-Dienste werden so genutzt, um intime Details zu kommunizieren und zu teilen. Sie bieten neue Möglichkeiten für einen kreativen Umgang mit Sexualität - und damit leider auch Raum für Missverständnisse und Missbrauch. Beim „Sexting“, also dem Versenden von intimen Fotos oder Messages per SMS oder über Social-Media-Kanäle droht natürlich die Gefahr, dass das Material in falsche Hände gerät und es benutzt wird, um den Absender oder die Absenderin zu mobben oder sogar zu erpressen. Man spricht dann von „Sextortion“. Auch in Luxemburg treten vermehrt solche Fälle auf, teilweise sogar mit Kindern, die nicht älter als sieben Jahre alt waren. Bei Erpressung handelt es sich laut Artikel 470 des Strafgesetzbuchs um einen Straftatbestand. Opfer sollten nicht zögern aktiv zu werden, um sich gegen Mobbing und Erpressung zu wehren.

Einige Ratschläge: Nicht abwarten - aktiv werden!

Wenn Nacktbilder („Nudes“) in fremde Hände gelangt sind und im Netz kursieren, gilt es, schnell zu reagieren:

- Sich jemandem anvertrauen, z.B. Familie, Freunde oder einer Helpline wie der BEE SECURE Helpline (8002 1234) oder dem Kanner-Jugend-Telefon (116 111)

- Die Inhalte beim Seitenbetreiber melden (sofern nicht Anzeige erstattet werden soll - in diesem Falle sollten vorher Beweismittel sichergestellt werden, siehe unten)

Wenn jemand dazu gedrängt wird, Fotos zu senden, kann man Anzeige bei der Polizei erstatten. Um der Erpressung mit Nacktaufnahmen oder -videos vorzubeugen oder wenn man bereits erpresst wird, rät die Polizei:

- Keine Bilder oder Videos an Unbekannte zu verschicken, nichts zu zahlen.

- Sofort Hilfe zu suchen

- Beweismittel abzuspeichern

- Sofort die Kommunikation abzubrechen und den oder die Täter zu blocken

- Die Polizei zu benachrichtigen

Mehr: www.bee-secure.lu/lovestories