LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Everest“ basiert auf wahren Ereignissen

Der Mount Everest im Himalaya ist mit 8.848 Metern der höchste Berg der Welt. Sir Edmund Hillary und seinem Sherpa Tenzing Norgay gelang 1953 die Erstbesteigung. Seither fasziniert der Berg alle Bergsteiger der Welt, die davon träumen, wie die über 5.000 Kollegen vor ihnen auf dem Dach der Welt anzukommen.

Einer der tödlichsten Aufstiege fand im Mai 1996 statt, bei dem acht Menschen starben. Der isländische Regisseur Baltasar Kormákur („101 Reykjavík“, „Contraband“, „2 Guns“) verfilmte jetzt diese wahren Ereignisse und basierte sich vor allem auf das Buch „Into Thin Air“ des Journalisten Jon Krakauer, der diese Expedition überlebte.

Für 65.000 Dollar in den Tod

Die Firma Adventure Consultants bietet für schlappe 65.000 Dollar die Besteigung des Everests an, alles inklusive. Der Bergsteiger Rob Hall (Jason Clarke) leitet die Expedition, zusammen mit Mike (Thomas M. Wright) und Andy (Martin Henderson) und etlichen Sherpas. Im März starten unter anderem Beck Weathers (Josh Brolin), Doug Hansen (John Hawkes), Yasuko Namba (Naoko Mori) und der Journalist Jon Krakauer (Michael Kelly) in den Himalaya, wo sie sich erst einmal auf den Aufstieg vorbereiten. Sie haben nur ein kurzes Zeitfenster, um sicher auf und ab zu klettern. Der Aufstieg beginnt am 10. Mai bei guten Wetterverhältnissen, aus einer Höhe von 7.900 Metern. Da viele Gruppen an diesem Tag den Anstieg planen, tut sich Rob mit der Gruppe von Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) zusammen. Einige der Bergtouristen erreichen den Gipfel, andere müssen zurückkehren. Weil Rob Doug beim Aufstieg hilft, verliert er viel Zeit, und der Abstieg wird riskant. Zudem verschlechtert sich das Wetter urplötzlich, und die Bergsteiger geraten in Not. Vom Basiscamp aus versucht Helen (Emily Watson) ihr Bestes, Hilfe für die im Berg festsitzenden Männer und Frauen zu organisieren.

Klassisch und in 3D

Der Film wurde im 3D an Originalschauplätzen im Nepal gedreht, aber auch in Südtirol sowie in den Studios von Cinecittà in Rom und den Pinewood Studios nahe London. Gibt das 3D den Naturaufnahmen und den Bildern vom Leben im Basiscamp noch eine flotte Tiefenschärfe, so verlieren sich die Effekte im Schneesturm und in dem folgenden Kampf ums nackte Leben.

Regisseur Kormákur hat seinen Film ganz klassisch inszeniert. So stellt er zuerst die Protagonisten vor, ihre Motivationen, wie die Gefahren, die auf sie zukommen, und dann geht es in die Höhen des Himalayas. Um im Film noch ein paar emotionale Szenen unterzubringen, erzählt er zeitgleich die bangen Momente, welche die Ehefrauen von Rob und Beck, die schwangere Jan (Keira Knightley) und Peach (Robin Wright), durchstehen müssen. Tränen werden diese Szenen niemandem entlocken, tragen jedoch zur Steigerung der Gesamtspannung bei, die den Zuschauer während 121 Minuten in seinem Kinosessel festhält.