Der Skaterpark, der im Petrusstal in der Hauptstadt entstehen soll, nimmt so langsam Form an. Seit 2008 kursiert die Idee in manchen Köpfen, 2013 wurde ein entsprechendes Projekt vom Gemeinderat verabschiedet. Damals sollte die Anlage in der Rue St Quirin - dort wo einmal ein großer Springbrunnen das Auge erfreute - 1,445 Millionen Euro kosten. Die Konstruktion wurde auf europäischem Niveau ausgeschrieben, und siehe da: Sie kostet nun 40,8 Prozent mehr. Wie die zuständige Schöffin Viviane Loschetter erläuterte, sei nicht nur viel am Design gearbeitet worden, um eine bessere Einfassung ins Landschaftsbild zu erzielen, sondern auch die Möglichkeit für Anfänger geschaffen worden, sich mit diesem Sport vertraut zu machen. Inzwischen kam es auch zum TVA-Anstieg, und nicht zu vergessen: Der vorgesehene Standort musste für viel Geld saniert werden, da das Erdreich durch die einst hier stehende Gasfabrik verseucht war. Etliche Gemeinderäte nahmen denn auch Stellung zum Projekt, das schlussendlich von einer Mehrheit bejaht wurde, so dass die Arbeiten voraussichtlich im September 2015 beginnen können. Die Eröffnung und Einweihung des „Skatepark Péitruss“ sind für Juli 2016 eingeplant.
Reine Freude bereitete den Gemeinderäten unterdessen ein zweiter Kostenvoranschlag, der den Bau von 34 Mietwohnungen und 30 Wohnungen, die zu moderaten Preisen verkauft werden sollen, in der Rue de l’Avenir auf Limpertsberg vorsieht. Während die Mietwohnungen von der Stadt gebaut werden, dies zum Kostenpunkt von 7,7 Millionen Euro, wird die Firma Cialux sàrl. den Bau der auf den Markt gebrachten Wohnungen vornehmen. Die Stadt wird die Baugrundstücke aufgrund eines Erbpachtrecht-Vertrages von 99 Jahren an die Firma abtreten. Kaufpreis der Wohnungen: 3.775 Euro/Quadratmeter zuzüglich der Taxen. Was die Mietwohnungen anbelangt, so behält die Stadt sich das Recht vor, die Mietverträge gutzuheißen.
Abänderung des Bebauungsplans in Pulvermühl
Längere Diskussionen gab es in Bezug auf die Abänderung des Allgemeinen Bebauungsplanes in Pulvermühl. Auf den Grundstücken entlang de Rue du Fort Dumoulin und des Bisserweg soll ein Bauprojekt entstehen, das nicht nur die Stadt, sondern auch verschiedene Ministerien auf den Plan rief. Wie Bürgermeisterin Lydie Polfer resümierte, muss das Gelände entseucht werden - Arbeiten, die zulasten des Eigentümers gehen -, außerdem müssen die vorhandenen Biotope erhalten bleiben und die Vorgaben des Kulturministeriums eingehalten werden, befindet man sich hier doch an einer Stelle, wo archäologische Funde möglich sind.
Der Gemeinderat hieß gestern einige Konventionen gut. So kauft die Stadt vier Häuser in der Rue Adolphe Fischer (74, 76, 78 und 80) im Bahnhofsviertel, dies zum Preis von rund drei Millionen Euro. Die „Crèche de Luxembourg“ wird für die Zeit der notwendigen Renovation ihrer eigentlichen Stätte auf dem Plateau Neumünster in die Résidence Mizar in der Rue Joseph Leydenbach umziehen und hierfür 9.600 Euro Monatsmiete zahlen. Mit dem Wohnungsbauministerium wurde eine Konvention abgeschlossen, beteiligt der Staat sich doch in Höhe von 75 Prozent an den Umbauarbeiten der „Muerbelsmillen“ in Luxemburg-Pfaffenthal. Die hier entstehenden Wohnungen werden von der Stadt vermietet.
Wähler in der Hauptstadt nicht wahlmüde
Unter dem Punkt „Fragen der Gemeinderäte“, wünschte sich Rätin Als (DP) eine Renovierung des 1971 errichteten Gedenkmals für die Opfer des Zweiten Weltkrieges auf dem „Kanounenhiwwel“ mit Eintragung sämtlicher 5.700 Namen. Bürgermeisterin Polfer meinte warnend, es habe schon mal heftige Diskussionen darüber gegeben, wer und wer nicht, Opfer gewesen sei, so dass man es hier beim Ist-Zustand belassen sollte, immerhin sei die richtige Bezeichnung „Monument national de la solidarité“. Nichtsdestotrotz werde sie die Anfrage von Frau Als an die zuständigen staatlichen Stellen weiterleiten. Frau Konsbruck (CSV) fragte nach der durch das Feuerwerk an Nationalfeiertag entstandenen Schäden, und erhielt von Schöffe Goldschmidt die Antwort, dass der Hygienedienst den Unrat entferne, wenn er benachrichtigt werde, während die Versicherung von Stadt oder Feuerwerkfirma für andere Schäden aufkomme. Immerhin wurden bei dem Feuerwerk fünf Tonnen Leuchtkörper in die Luft geschossen.
Eine Frage von Rat Bauer (CSV) gab der Bürgermeisterin indes Gelegenheit eine Falschmeldung richtig zu stellen. So gingen durchschnittlich gesehen genauso viele Wähler in Luxemburg-Stadt zur Wahlurne im Rahmen des Referendums, als dies andernorts im Land der Fall war. Die Meldung, dass die Teilnahmerate lediglich bei 75,45 Prozent gelegen habe, sei aufgrund der falschen Wählerzahlen zustande gekommen. Doch nicht 30.096 Wähler seien aufgerufen worden, am Referendum teilzunehmen, sondern 28.096 Bulletins seien verschickt worden. Was eine Teilnahmequote von 80,82 Prozent ergebe, und was, so betonte die Bürgermeisterin, absoluter Landesdurchschnitt sei. Die höchste Wahlbeteiligung wurde übrigens in einem Wahlbüro auf Cents - mit 88,25 Prozent - verzeichnet, die niedrigste mit 36,39 Prozent im Wahlbüro „Pescatore“, was sich hieraus erklärt, dass die meisten Wahlberechtigten in diesem Bereich aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr der Wahlpflicht unterliegen.


