LUXEMBURG
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Drei Streiks in zwei Tagen - Gefangenenbesuche sind aktuell untersagt

Gestern sah sich die Generalsstaatsanwaltschaft gezwungen, eine umfassende Erklärung zu spontanen Streiks in der Haftanstalt Schrassig abzugeben.

Danach folgte vorgestern auf einen ersten Streik in der Wäscherei ein weiterer spontaner Streik während des Hofgangs, der um 19.30 zu Ende sein sollte. 16 Insassen des Zellenblocks P 2 beteiligten sich .

Schwachstelle Wäscherei

Gestern Morgen um 8.00 folgte ein weiterer Arbeitsausstand, als sich etwa 60 Häftlinge weigerten, ihre Arbeit in der Wäscherei aufzunehmen. Die Wäscherei ist Dienstleister für zahlreiche Krankenhäuser im Land und daher besonders für Streikaktionen geeignet. Ein Stillstand dort macht sich auch außerhalb der Gefängnismauern schnell bemerkbar. Außerdem wollten vierzig Gefangene nicht in ihre Zellen zurückkehren. Alles sei aber, laut Staatsanwaltschaft, friedlich und ruhig verlaufen und gegen 9.15 vorbei gewesen.

Zu lang, zu teuer, zu langsam

Die Generalsstaatsanwaltschaft fasst die Begründung der Streiks so zusammen: Die Gefangenen protestierten gegen zu lange Strafen und zu hohe Geldbußen, zu lange Verfahren und zu hohe Kosten. Die Streiks richten sich auch gegen schleppende Gesetzgebungsverfahren und langwierige Verwaltungs- oder Justizentscheidungen.

Die Gefängnisleitung will nun mit Verwaltungsstrafen gegen die Rädelsführer vorgehen und verlegt auch verschiedene Gefangene in andere Blocks. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind auch alle Besuche bei Gefangenen untersagt.