DEN HAAG
DPA/LJ

Europol beschlagnahmt 1.346 Tonnen gefährlicher Pestizide

Europäische Ermittler haben in der sogenannten „Operation Silver Axe V“ in 32 Ländern 1.346 Tonnen illegaler Pestizide beschlagnahmt. Das sei doppelt soviel wie bei einer ähnlichen Aktion im vergangenen Jahr, teilte die EU-Polizeibehörde Europol am Mittwoch in Den Haag mit. Die Menge wäre ausreichend, um mehr als das gesamte landwirtschaftlich genutzte Gebiet in Deutschland zu besprühen. Zwei Personen seien festgenommen worden. Ermittlungen liefen derzeit noch in Belgien, Frankreich, Deutschland, Polen, Slowenien und der Schweiz.

Organisierte Banden stehen hinter den Fälschungen

Illegale Pestizide könnten die menschliche Gesundheit gefährden und die Umwelt schädigen, teilte Europol mit. Bauern seien oft ahnungslos und kauften die gefälschten Produkte, weil sie billiger seien. Schätzungen zufolge entfielen zehn bis 14 Prozent des EU-Markts für Insektenbekämpfungsmittel auf diese illegalen Produkte. Dahinter stünden organisierte Banden. Um wirksamer dagegen vorzugehen, würden seit 2015 koordinierte Aktionen gegen diesen illegalen Handel ausgeführt.

Die erste Operation „Silver Axe“ begann in eben jenem Jahr. Bis heute wurden durch diese Operationen insgesamt 2.568 Tonnen dieser illegalen Waren beschlagnahmt. Zu den wesentlichen bisherigen Erfolgen gehören unter anderem das Auffangen nicht autorisierter Pestiziden in Zypern, sowie die Beschlagnahmung von 16,9 Tonnen gefälschter Pestizide in Italien. Die Operationen verlangen nach einer breit angelegten Koordination zwischen zahlreichen Ländern. Zu den 32 Ländern, die an dieser Operation teilgenommen haben, gehören 26 EU-Staaten, darunter auch Luxemburg. Europol setzt auf einen stetigen Informationsaustausch.

„Die Rekordzahlen bei den Beschlagnahmungen (...) zeigt deutlich die Effektivität der internationalen Kooperation“, schrieb Catherine De Bolle, Europols „Executive Director“, auf der Internetseite von Europol. „Unsere Allianz gegen illegale Pestizide ist wesentlich für den Schutz von Menschen, der Tierwelt und der Natur und um die Zukunft kommender Generationen zu garantieren.“

Géraldine Kutas, Generaldirektorin der „European Crop Protection Association“ (ECPA), schrieb, dass der heimliche Verkauf von illegalen Pestiziden zu einem sehr lukrativen Geschäft geworden ist. Dabei hätte man noch nicht genug Einblick gewonnen, wie dieses Geschäft genau funktioniere. Es handele sich nicht nur um ein Problem für die Unternehmen, deren Produkte gefälscht werden, sondern auch um eine Gefahr für die Umwelt.