LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Science-Fiction-Film „Life“ lebt von seiner Spannung

Daniel Espinosas Eltern flohen vor dem Pinochet-Regime aus Chile nach Schweden, wo er schließlich 1977 geboren wurde. Nach ein paar erfolgreichen Filmen in seinem Geburtsland, wurde Hollywood auf ihn aufmerksam, und er realisierte dort „Safe House“ (2012) und „Child 44“ (2015). Sein neuester Film „Life“ ist ein Science-Fiction-Thriller, der wohl nichts Neues auf dem Gebiet zeigt, aber von seiner Spannung lebt.

Leben auf der ISS

Die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) besteht aus Roy Adams (Ryan Reynolds), Miranda North (Rebecca Ferguson), David Jordan (Jake Gyllenhaal), Katerina Golovkin (Olga Dihovichnaya), Sho Kendo (Hiroyuki Sanada) und Hugh Derry (Ariyon Bakare). Sie müssen eine Raumsonde einfangen, die vom Mars Gesteinsproben mitbringt. Sie sollen die Proben untersuchen und ausschließen, dass sie eine Gefahr für die Menschheit beinhalten. Der Biologe Hugh entdeckt einen Einzeller im Boden des Roten Planeten. Es gelingt ihm, die Zelle zu beleben. Nach und nach wächst sie heran und bekommt von einer Schulklasse auf der Erde den Namen Calvin. Als Hugh das Gewächs in einem sicheren Glaskasten berührt, klammert es sich an seiner Hand fest. Nach vielen Bemühungen, seine Hand zu befreien, bricht Calvin diese, und Hugh wird ohnmächtig, kann aber aus dem Labor herausgezogen werden. Ein Versuch von Roy, Calvin zu verbrennen, scheitert. Roy wird das zweite Opfer der extraterrestrischen Lebensform, die aus dem Labor fliehen kann. Nun gilt es, Calvin unschädlich zu machen. Doch der überaus clevere Marsianer wächst ständig und kann sogar eine Zeit im Vakuum des Universums überleben.

Wenig Neues, dafür viel Spannung

Calvin sieht anfangs aus wie ein Seestern, dem nach einiger Zeit ein Kopf wächst und ihn so zu einem plattgedrückten Tintenfisch mit Insektenkopf macht. Calvins Haupt erinnert an ein Wesen aus einem Film von Ridley Scott, dem nächsten Monat eine Fortsetzung folgen wird, „Alien: Covenant“. Der logisch denkende Zuschauer wird sich wundern, warum die Besatzung das Lebewesen nicht wieder einfriert, denn in diesem Zustand hat es keine Aktivität entwickelt. Außerdem kann Calvin trotz hoher Intelligenz nichts mit seinen Armen anfangen, außer laufen. Ja, es ist klar, wenn man diese Schwachpunkte des Marsianers nutzen würde, wäre der Film schnell zu Ende.

Das Positive am Film ist allerdings der Aufbau der Spannung, die man genießt, wenn man abschalten kann. Das Leben in der ISS ist relativ realistisch dargestellt. Die Bewohner schweben in der Schwerelosigkeit von einem Raum zum anderen, scherzen, beantworten die Fragen von Schülern auf der Erde, wobei das Leben in der ISS erklärt wird, und Sho kann via Liveschaltung bei der Geburt seiner Tochter dabei sein. „Life“ ist ein Science-Fiction-Film, der leider kaum Neues zu bieten hat, aber umso mehr Spannung.