Da Sommerzeit auch Reisezeit ist, zieht es viele Menschen ins Ausland. Manchmal auch in Länder, in denen es Krankheiten gibt, gegen die man sich schützen kann und sollte. Dazu zählen unter anderem Malaria, Denguefieber und Gelbfieber. Die Zahl der Stechmückenarten, die solche Krankheiten übertragen können, nimmt laut verschiedenen Studien auch bei uns in Europa zu. Nun ist es aber nicht so, dass etwa Malaria erst vor kurzem den Weg nach Europa gefunden hat. 1995 wurden aus Griechenland, Tadschikistan und der Türkei 90.712 Fälle von Malaria gemeldet. 2013 waren es nur noch 37. Nicht immer ist klar, wo sich diese Fälle tatsächlich infiziert haben - in Europa oder außerhalb. Die Gefahr des Wiederauftretens der Malaria ist vor allem durch den Vormarsch der Stechmücken eine reale Bedrohung.
Laut Professor Claude P. Muller, vom „Luxembourg Institute for Health“ (LIH) liege das zum einen daran, dass sich das Klima in Europa sukzessive dahingehen verändert hat, dass sich Stechmücken bei uns immer mehr heimisch fühlen. Zum anderen spiele aber auch der immer stärker werdende international Güter- und Luftverkehr eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ein typisches Beispiel hierfür sei der Reifenhandel: „Wenn sich in den Reifen Regenwasser sammelt, legen die Steckmücken dort ihre Eier ab. Werden die Reifen dann zu uns nach Europa transportiert, reisen die Eier oder Larven dieser Stechmücken mit.“ Vor allem an Hauptumschlagsorten, wie etwa Güterflughäfen oder Schiffshäfen hätte man in der Vergangenheit daher immer wieder solche Insekten gefunden. In Europa warden jährlich etwa 5.000 eingeschleppte Malariafälle gemeldet. Allerdings sei die Gefahr, sich in Luxemburg mit einer tropischen Krankheit anzustecken, sehr gering.
Strategien gegen das Einschleppen von Stechmücken gibt es verschiedene: „ Eine Maßnahme, die auf Rückflügen aus gefährdeten Gebieten des Öfteren angewandt wird, ist das Nutzen von Mückenspray. Dadurch sollen potential krankheitsübertragende Insekten beseitigt .“ erklärt Muller. Aber auch im internationalen Transport wird immer stärker darauf geachtet, keine ungewollten Insekten einzuschleppen.
Vorbeugung ist möglich
Wenn man in Gebiete reist, die zu den gefährdeten gehören, sollte man sich im Voraus informieren, wie man sich schützen kann. Dazu findet man zum Beispiel auf den Seiten des „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC) oder der „World Health Organization“ (WHO) Informationen. Allerdings sollte man sich vor allem ärztlichen Rat einholen. Hier bietet sich die „Travel Clinic“ im „Centre Hospitalier de Luxembourg“ (CHL) an. Vor allem bei der Malariaprophylaxe gilt es, gut aufzupassen. Da es verschiedene Formen der Malaria gibt und in manchen Gegenden die Parasiten Resistenzen entwickelt haben, muss die Malariavorbeugung auf das Reiseziel abgestimmt sein.


