LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

80 Prozent der Bevölkerung fühlen sich nachts auf den Straßen sicher

Es sind die ersten Ergebnisse einer Studie über die Sicherheit in Luxemburg, die den Anspruch erhebt, eine neue, vollständigere Perspektive auf die Entwicklung der Kriminalität im Land zu gewinnen. Denn neben den von Polizei und Justiz erfassten beziehungsweise gemeldeten Straftaten gibt es viele Delikte, die nicht statistisch erfasst werden. Zum Beispiel werden 90 Prozent der Autodiebstähle bei der Polizei gemeldet, Fälle von sexueller Gewalt hingegen nur zu 18 Prozent.

Unterschiede bei Alter und Geschlecht

In der Telefonumfrage vom Statec in Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg/INSIDE wurden 3.035 in Luxemburg wohnhafte Personen befragt. Ein erstes Ergebnis: 50 Prozent der luxemburgischen Haushalte wurden zwischen 2008 und 2013 nicht Opfer einer Straftat. Im gleichen Zeitraum wurden 26 Prozent Opfer von einer Straftat und 14 Prozent von zwei Straftaten. Zu den häufigsten Delikten gehören der Bankkartenbetrug mit immerhin 4,3 Prozent der Opfer auf ein Jahr sowie Diebstähle ohne Gewaltanwendung, von denen vier Prozent der Befragten in einem Jahr betroffen waren. Blickt man auf die vergangenen fünf Jahre zurück, so sind es im ersten Fall bereits 12,7 Prozent und bei den Diebstählen 12,8 Prozent.

Unterschiede gibt es auch je nach Alter und Geschlecht. Personen über 60 befürchten körperliche Übergriffe weitaus weniger als die Altersklasse der 30- bis 59-Jährigen. Bei den Frauen geben nur 26 Prozent an, unbesorgt zu sein, bei den Männern sind das 52 Prozent. 18 Prozent der befragten Haushalte geben im übrigen an, sowohl über eine Alarmanlage als auch eine Sicherheitstür zu verfügen. Sechs Prozent der Befragten gaben an, eine Feuerwaffe zu besitzen, die rund ein Drittel zur Verhinderung und zum Schutz vor Delikten verwenden.

Relevant für die Lebensqualität in Luxemburg ist die Frage nach der Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls innerhalb der nächsten zwölf Monate. Menschen, die bereits Opfer einer Straftat waren, schätzen die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Diebstahls zu werden, höher ein als andere. Da die Entwicklung der Kriminalität und des Sicherheitsgefühls auch die Lebensqualität beeinflussen, werde auch im „PIBien-être“ ein Kapitel über die Viktimisierung enthalten sein, sagte Statec-Direktor Serge Allegrezza.

Zuwachs der Kriminalitätsrate - auch in der subjektiven Wahrnehmung

In der subjektiven Wahrnehmung der Bevölkerung sagen 68 Prozent der Befragten, dass die Kriminalität in den vergangenen fünf Jahren angestiegen sei. Das entspricht in diesem Fall der von der Polizei in den vergangenen Jahren festgestellten gestiegenen Kriminalitätsrate. Allerdings gibt es auch Konstellationen, in denen die wahrgenommene Kriminalität steigt, die tatsächliche Kriminalitätsrate aber sinkt.