LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Diese Romane von Stephen King galten als unverfilmbar: Nun startet „The Dark Tower“ doch

Die Romane, in der Hauptsache Fantasy- und Horrorbücher, des amerikanischen Schriftstellers Stephen King sind weltweit über 350 Millionen Mal verkauft worden. Seine Geschichten waren speziell in den 1980er Jahren die Grundlage für viele Kinofilme und Fernsehserien. Sein Name verschwand aber auch seitdem nie gänzlich aus den Vorspännen der Filme. Seit über zehn Jahren plant man in Hollywood, seine achtbändige Fantasy-Saga „The Dark Tower“ (1978 - 2012) zu verfilmen, aber immer wieder scheiterte das Vorhaben.

Im April des vergangenen Jahres begannen dann doch die Dreharbeiten unter der Regie des dänischen Regisseurs Nikolaj Arcel, der international durch den Film „A Royal Affair“ (2012) bekannt wurde. Bald wird ebenfalls ein zweiteiliges Remake von „It“ in die Kinos kommen, „It Part 1: The Loser’s Club“ und 2018 dann „It Part 2: Pennywise“.

Albträume von einer anderen Welt

Der junge Jake Chambers (Tom Taylor) hat schlimme Albträume. Er träumt von einer anderen Welt, der Mittwelt, in welcher der Dunkle Turm alle bestehenden Welten vor dem Eindringen von Monstern bewahrt. Der teuflische Mann in Schwarz, Walter, (Matthew McConaughy) will diesen Turm zu Fall bringen, indem er ihn mit dem Verstand von Kindern angreift, die er auf der Erde entführt. In dieser anderen Welt lebt auch der Revolverheld Roland (Idris Elba), der sich nach dem Tod seines Vaters (Dennis Haysbert) geschworen hat, Walter zu töten, auch wenn seine erste Aufgabe die Verteidigung des Turms ist. Schließlich träumt er von einem Portal, das ihn in diese Welt transportieren könnte.

Jake zeichnet seine Traumerlebnisse auf. Seine Mutter (Katheryn Winnick) und sein Stiefvater (Nicholas Pauling) wollen ihn in eine Spezialklinik für Kinder einliefern, um ihm zu helfen. Doch Jill (Eva Kaminsky) und Toby (Robbie McLean), die ihn abholen kommen, machen einen komischen Eindruck auf den Jungen, und er flieht. Er findet das Portal und in der Mittwelt den Revolverhelden. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Walter. Die 4250 Seiten der acht Bände galten lange als nicht verfilmbar. Nikolaj Arcel schrieb schließlich ein Drehbuch zusammen mit Akiva Goldsman, Anders Thomas Jensen und Jeff Pinkner. Er vermischte die Figuren und Szenen aus der Serie und erzählte eigentlich eine ganz neue Geschichte, die dem Autor aber gut gefiel, so dass er seine Einwilligung gab.

Ein bisschen Matrix, ein bisschen Herr der Ringe

Sehr lapidar wird diese Mittwelt definiert, wie auch die Bedeutung des Dunklen Turms und Walters Vorstellung, wie er zu zerstören ist. Als Zuschauer muss man wohl oder übel diese Erklärungen annehmen, oder man verlässt den Kinosaal sofort, denn logisch ist etwas anderes. Die Geschichte ist relativ spannend erzählt, selbst wenn man sich in der Ideologie der Mittwelt nicht zurechtfindet. Stilistisch erinnert der Film bei den Schießereien an „The Matrix“ und vom Ambiente her an sehr viele Filme, speziell an „The Lord of the Ring“.

Tom Taylor als Jake und Matthew McConaughy als Walter bieten handfeste schauspielerische Leistungen. „The Dark Tower“ ist aber allenfalls ein Film für bedingungslose Fans von Fantasy-Filmen. Geplant sind ebenfalls noch zwei Fernsehserien und zwei Kinofilme, die auf der Serie basieren.