BRÜSSEL
LJ MIT DPA

EU-Innenminister beraten über Vorgehen gegen Covid-19-Kriminalität

Grenzen, Asylrecht, Kriminalität: Die EU-Innenminister beraten heute ab 9.30 über die Auswirkungen der Corona-Krise. In der Video-Konferenz soll es unter anderem über die Situation an den europäischen Binnen- sowie den Außengrenzen gehen. Seit Beginn der Krise haben viele Länder wieder Kontrollen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum eingeführt. Zudem ist die Einreise von außerhalb der EU stark eingeschränkt. Auch über künftige Lockerungen der Kontrollen soll beraten werden.

Zudem wollen die EU-Staaten über einen Leitfaden der EU-Kommission zum Asylrecht in der Corona-Krise diskutieren. Außerdem soll es um den Gebrauch von Corona-Apps, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen sowie um Kriminalität in Zusammenhang mit der Pandemie gehen.

Flut von risikoreichen Webseiten

Besonders Cyberkriminelle nutzen die Corona-Krise nach einer Untersuchung von Experten zunehmend für Betrügereien. Seit Jahresbeginn wurden zigtausende problematische Internetseiten im Zusammenhang mit der Pandemie registriert, wie aus einer Untersuchung des Cybersicherheitsunternehmens Palo Alto Networks hervorgeht. Insgesamt identifizierten die Experten vom 1. Januar bis 31. März 116.357 neue Domainnamen im Zusammenhang mit Corona. Davon wurden 2022 als „bösartig“ eingestuft, weitere 40.261 als „risikoreich“. Dabei stellte das Unit 42 genannte Team des Unternehmens zur Bedrohungserkennung verschiedene Kampagnen fest: So gab es Phishing-Angriffe über Mails mit Links zu gefälschten Seiten, die Zugangsdaten abschöpfen sollten oder sogenannte Skimmer, die Kreditkarteninformationen abgreifen sollten. Außerdem versuchten Seiten auch direkt, die Rechner der Nutzer zu infizieren. Die Experten fanden zudem betrügerische Webshops, die besonders gefragte Artikel wie Gesichtsmasken oder Desinfektionsmittel scheinbar sehr billig anboten. Palo Alto Networks warnt in diesem Zusammenhang vor Angeboten, die „zu schön sind, um wahr zu sein“. Weitere problematische Seiten waren illegale Apotheken oder Versuche, Kunden zu verängstigen und zum Kauf von E-Books mit Corona-Bezug oder anderen Produkten zu drängen.