LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Politische Kundgebungen und kulturelle Aktivitäten der Gewerkschaften zum 1. Mai

Derweil die Mehrzahl der Arbeitnehmer sich am „Tag der Arbeit“ einen schönen, will heißen arbeitsfreien Tag macht, zieht es die Gewerkschaften - zumindest einige von ihnen - zum 1. Mai immer noch auf die Straße.

Reding wirbt für Mindestlohn in Europa

Der OGBL zieht es bekanntlich schon seit einigen Jahren vor, den Tag der Arbeit mit einem Kulturfest in der Abtei Neumünster zu begehen (die politischen Reden zum 1. Mai wurden schon Anfang der Woche gehalten), derweil der LCGB, dessen Feier in diesem Jahr unter dem Motto „Keine weiteren Belastungen für den Privatsektor“ stand, seine Militanten auf den „Knuedler“ einlud. LCGB-Präsident Patrick Dury sprach sich hier für die Einberufung einer nationalen Tripartite aus und warnte vor einer sozialen Apartheid. Eine einseitige Belastung der Arbeitnehmer käme jedenfalls nicht in Frage.

Der Landesverband will seinerseits einen weiteren Sozialabbau verhindern, wie FNCTTFEL-Präsident Guy Greivelding bei der 1. Mai-Veranstaltung seiner Gewerkschaft im Bonneweger Casino unterstrich. OGBL-Präsident Jean-Claude Reding hielt gestern dann aber trotzdem eine politische Rede, nämlich bei einer Kundgebung zum Tag der Arbeit in Saarbrücken, wo er sich für einen europäischen Mindestlohn stark machte. Dieser müsse „mindestens 60 Prozent des Durchschnittslohnes im jeweiligen Land“ betragen, so Reding. Ein solcher Mindestlohn sollte wie in Luxemburg an die Preisentwicklung und die allgemeine Lohnentwicklung angepasst werden.