LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Neue Spielzeit im „Théâtre National du Luxembourg“ gewohnt vielfältig

Es gibt Mittel. Mittel gegen die Krise. Eine Krise, die sich diesseits der Grenze vor allem in den Köpfen der Menschen abspielt. So jedenfalls umschrieb es TNL-Direktor Frank Hoffmann gestern und machte sich die sagenumwobene Krise kurzerhand zu Nutzen, um einen Einstieg ins eigentliche Thema zu bieten: Die kommende Spielzeit im „Théâtre National du Luxembourg“. Laut Hoffmann gibt es also Mittel, besser mit der Krise zurecht zu kommen. Hat das TNL tatsächlich ein wirksames Gegengift gefunden? Zumindest kann man der Realität in der anstehenden Theatersaison dort hervorragend entfliehen. Wir haben ein paar Leckerbissen herausgepickt.

Lachen als besonders wirksames Mittel

Lachen ist bekanntlich ein besonders wirksames Mittel gegen Trübsal. Gelegenheit dazu bietet sich im Stück „Dali vs. Picasso“, einer Auseinandersetzung über Kunst, in der auch die beiden Ehefrauen zu Wort kommen. Im Kunstthriller „Hubbard“ bietet sich dem Zuschauer die Gelegenheit, Einblick in die Arbeit eines der meistdiskutierten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur - Christian Kracht - zu erhalten. Ein ungewöhnliches Doppelprojekt hat Anne Simon mit „Don Quijote“ und „Begrabt mein Pferd in La Mancha“ in Angriff genommen.

Tragische Wende

Da Theater und Tragik unvermeidlich miteinander verbunden sind, findet natürlich auch diese Gattung den ihr gebührenden Platz in der Programmgestaltung. Ein Wiedersehen gibt es mit dem guten alten Faust, oder einer doch etwas aktualisierteren Version davon. „Faust 2.0“ nennt sich die Neufassung des experimentierfreudigen Dramaturgen Tomo M. Pavlovic. Den erneuten Weg auf die Bühne wird außerdem der Klassiker „Phèdre“ finden, diesmal mit neuem Text und im Musiktheater angesiedelt. „Rose Bernd“ hat sich Frank Hoffmann selbst zur Brust genommen und das Seelendrama aus dem Schlesischen ins Hochdeutsche übertragen.

Lautstark und poetisch

Da Theater natürlich vor musikalischen Inszenierungen nicht Halt macht, wird auch Gesang und Tanz großgeschrieben. Choreograph Bernard Baumgarten inszeniert „Rain“, derweil es Serge Tonnar mit seiner Band Legotrip „lieweg & anplackt“ krachen lässt und mit „My Funny Valentine“ ein Lieder- und Poesieabend zugunsten der Fondation Thierry van Werweke stattfinden wird.

Tonangebende Hausautorin

Mit Fabienne Biever als Hausautorin wird zudem ein ganz neuer Ton im Luxemburger Theater angeschlagen. „Wenn sie in ‚Luftburg‘ ein Land am Abgrund zeigt, in dem die Einwohner eine Kunstsprache sprechen, entwickelt sich ‚Von der Liebe Augenblick‘ wie eine spirituelle Suche in die geheimnisvolle Welt eines älteren Paares“, schreibt hierzu Intendant Frank Hoffmann im Vorwort der druckfrischen Programm-Broschüre. Die freischaffende Künstlerin arbeitet zwar meist auf der Bühne, hat sich vor einigen Jahren aber vermehrt dem Schreiben gewidmet und dürfte im TNL für die eine oder andere Überraschung sorgen.

Lust auf mehr? Das ganze Programm finden Sie unter www.tnl.lu.