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Seit Anfang des Sommers konzentriert sich Eric Junker auf sein neues Soloprojekt „Slumbergaze“

Eric Junker hat es wieder einmal getan. Nachdem er erst im Februar dieses Jahres seine erste EP „Gateway Suite“ veröffentlicht hat, widmet er sich aktuell einem neuen Projekt namens „Slumbergaze“, welches weniger instrumental, dafür aber elektronischer ist. Im Interview erzählt der junge Musiker, was es mit dem Namen dieses Projektes auf sich hat, woraus er seine Inspiration für seine Lieder schöpft und was die Hörer der ersten Single erwartet.

Was bedeutet „Slumbergaze“?

Eric Junker Der Name setzt sich zusammen aus „slumber“, also schlummern, und „gaze“, was so viel wie „starren“ bedeutet. Es handelt sich hier um zwei Gegensätze. Wenn jedoch Gegensätze aufeinander stoßen, kommt meiner Meinung nach immer etwas Ungemütliches dabei heraus. Es entsteht eine größere Spannung, welche auch in meiner Musik wiederzufinden ist. „Slumber“ steht dabei für Ruhe und „gaze“ für die Bedrohung.

Am 29. Juli hast Du Dein erstes Konzert in den Rotondes gegeben, wie war es?

Eric Das Konzert in den Rotondes war ein Showcase Konzert. Ziel davon war es, den Musikinteressierten die Möglichkeit zu geben, „Slumbergaze“, also ein neues Projekt, zu entdecken. Hier konnte man die Musik also zum ersten Mal hören. Auch für mich persönlich war es eine Premiere, mit diesem Projekt auf der Bühne zu stehen. Es geht also auch darum, mich selbst in diesem Projekt wiederzufinden und meinen Platz auf der Bühne zu finden. Für das Konzert in den Rotondes hatte ich zudem John Wolter eingeladen, einen professionellen Schlagzeuger. Ich finde es interessant, für das Projekt „Slumbergaze“ immer wieder mit unterschiedlichen Gastmusikern sowohl neue Musik zusammen zu produzieren als auch mit ihnen gemeinsam auf der Bühne zu stehen.

Wie würdest Du Deine Musik beschreiben?

Eric Die Musik fällt eindeutig in die Kategorie der elektronischen Musik und des instrumentellen Hip-Hop. Sie setzt sich zusammen aus eigens produzierten Samples, live Synths, Bassgitarre und Schlagzeug. Das Set in den Rotondes war vom Tempo her etwas ruhiger und langsamer, aber, genau wie der Name es andeutet, von Zeit zu Zeit auch mit einer bedrohlicheren Tendenz, welche diese Ruhe bricht.

Du hast in den vergangenen vier Jahren Bass am Konservatorium van Amsterdam studiert. Inwiefern findet man Deine Liebe für dieses Instrument in Deinem neuen Projekt wieder?

Eric Dieses Instrument findet man natürlich auch bei „Slumbergaze“ wieder, jedoch in einer eher unkonventionellen Art. Wenn das Instrument in einem Lied vorkommt, dann als Harmonie und Melodieinstrument. Viele Lieder kommen jedoch ganz ohne Bass aus.

Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Musik?

Eric Wie bereits erwähnt, interessiere ich mich zurzeit sehr für das Thema der Gegensätze. Diese spielen deswegen auch eine große Rolle in meiner neusten Musik. Ich schöpfe diese Inspiration unter anderem aus meiner Umwelt, aber auch aus Filmen wie „Mulholland Drive“, welche einen chaotischen und willkürlichen Ansatz verfolgen. Das Thema der Gegensätze findet man auch auf meiner aktuellen Single „Landslide“, die ich am 9. August veröffentlicht habe und die man online fast überall findet, wo man heutzutage Musik streamen kann..

Worum geht es denn in diesem Lied?

Eric „Landslide“ handelt von einer biederen, langweiligen Familie, die ihr ganzes Leben lang irgendwelche Ideale verfolgt und Lebensweisen anderer Menschen nacheifert, die eigentlich gar nicht zu ihr passen. Die Mitglieder der Familie haben Angst davor, ihren eigenen Ideen zu folgen und an sie zu glauben. Diese Angst zeigt sich auch daran, dass sie scheinbar sehr abhängig voneinander sind. Alle machen auf heile Welt, obwohl es in ihrem
Leben eine stetige Bedrohung gibt: Das „landslide“, das Erdrutschen also, könnte ihnen zu jedem Zeitpunkt den Boden unter den Füßen wegziehen. Das Cover der Single verdeutlicht diese Idee des Lieds sehr gut. Das chaotische Design repräsentiert das Nichts, in welchem das Haus der Familie schwebt.

Wie sehen Deine künftigen musikalischen Projekte aus?

Eric Was Liveshows angeht, ist zurzeit nichts geplant. Das Konzert am 29. Juli in den Rotondes war eine Entdeckung sowohl für Musikinteressierte als auch für Booker. Ich lasse das Konzert jetzt ein wenig sacken, und dann wird sich mit der Zeit herausstellen, wo ich noch überall mit meinem Projekt auftreten werde. Zudem werde ich in nächster Zeit weiterhin an neuer Musik arbeiten. Das Ziel ist es, in Zukunft eine größere Veröffentlichung zu planen.

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