LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Jugendparlament stellt sechs Resolutionen in der „Chamber“ zur Diskussion

Keine langwierigen Reden, sondern eine Gelegenheit, „sich gegenseitig den Puls zu fühlen“: Darauf zielte die Anwesenheit von rund 20 Mitgliedern des Jugendparlaments gestern in der „Chamber“ ab.

Mal grundsätzlicher, mal konkreter

Das „Parlement des Jeunes“ stellte nämlich sechs vergangene Woche angenommene Resolutionen vor und damit vor allem zur Debatte. Mit knapp 30 Abgeordneten tauschten sich die Jugendlichen etwas mehr als zwei Stunden lang über die Zukunft Europas, das luxemburgische Schulsystem sowie die russische Intervention in den französischen und den amerikanischen Präsidentschaftswahlen, „Body Cams“, „Gender Paygap“ und einer Reform der Prozeduren zum Spenden von Blut, Organen oder Knochenmark aus. Die Debatten verliefen mal grundsätzlicher - etwa der Nutzen von Geschlechterquoten - mal konkreter, wie etwa dem Vorschlag zur die Einführung eines Kurses in der Schule, der ganz praktische Fragen behandelt wie die Steuererklärung ausfüllen oder einen Lebenslauf aufsetzen. Zur Diskussion gestellt wurde etwa auch ein Gesetz, das Bürger unter bestimmten Bedingungen dazu verpflichten würde, Blut zu spenden. Ein Vorschlag, der etwa wenig Zuspruch bei Fernand Kartheiser (adr) fand, der davor warnte, „dem Staat das Recht zu geben, über unseren Körper zu verfügen.“ Claude Adam (déi gréng) machte indes darauf aufmerksam, dass man bei der Einführung neuer Fächer - vorgeschlagen wurde etwa ein zeitgeschichtliches Fach, um Aktualitätsthemen diskutieren zu können - die Gesamtunterrichtsstunden berücksichtigen müsse und neue Elemente im Lehrplan auf Kosten anderer gehen. Ins Gespräch bringt das Jugendparlament in dieser Resolution ebenfalls die Anpassung des Schulsystems an die heutige Zeit oder in den Worten der Vortragenden: „Es hat sich alles verändert außer unser Schulsystem.“ Für den zuständigen Minister Claude Meisch (DP) wird, zumindest was den Einsatz digitaler Inhalte und die Vermittlung digitaler Kompetenzen angeht, mit der rezenten Sekundarschulreform in diesem Sinne
„ein erster Schritt unternommen“. Als besonderer Gast wohnte indes Philippe Courard, Präsident des Parlaments der Französischen Gemeinschaft (Fédération Wallonie-Bruxelles) der gestrigen Sitzung bei.

Die Resolutionen gibt es im Detail hier.