HERZOGENAURACH/FRANKFURT/LUXEMBURG
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Schaeffler platziert Papiere auch in Luxemburg

Der Börsengang ist geglückt, auch in Luxemburg. Trotz der anhaltenden Turbulenzen der VW-Abgas-Affäre griffen am Freitag viele Anleger zu dem erstmals angebotenen Papier des deutschen Auto- und Industriezulieferers Schaeffler.

Auf der Börse Luxemburg sind auf dem regulierten Markt insgesamt 166 Millionen Anteile - das sind ungefähr 25 Prozent des Aktienkapitals von Schaeffler - ausgegeben. Zu den 100 Millionen bereits gelisteten Anteilen waren gestern 66 Millionen hinzugekommen. Das nicht stimmberechtigte Papier mit bevorzugten Dividendenzahlungen kommen zu den 28 hier bereits gelisteten Obligationen der Tochtergesellschaften von Schaeffler hinzu.

Die Anteile haben den Handel mit 13,50 Euro eröffnet, wie die luxemburgische Börse mitteilt, womit das Unternehmen eine Gesamtkapitalisierung von ungefähr 8,964 Milliarden Euro hat. Die starke Nachfrage hatte damit gleich zu Beginn den Kurs des Papiers einen Euro über dem Ausgabepreis steigen lassen. Nach zunächst stärkeren Ausschlägen pendelte sich der Kurs der am regulierten Markt gehandelten Vorzugsaktie zum Handelsschluss bei 13,15 Euro ein.

Start mit Hindernissen

Die übrigen stimmrechtlosen Schaeffler-Vorzugaktien sollen nach einer marktüblichen Sperrfrist auf den Markt kommen - wahrscheinlich im nächsten Frühjahr oder Frühsommer. Man hoffe, dass sich bis dahin die Märkte beruhigt haben und ein Preis für die Papiere erzielt werde, der dem Wert der Schaeffler AG entspreche, hieß es.

Zweiter Schritt folgt

„Wir haben dann die Flexibilität, den zweiten Schritt zu gehen, ohne den ganzen aufwendigen Prozess des Börsengangs durchlaufen zu müssen“, sagte ein Firmensprecher. Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann versicherte gestern in einer Mitteilung, das Unternehmen werde auch nach dem Börsengang ein Familienunternehmen bleiben.

Die Einnahmen aus dem Börsengang will der Wälz- und Kugellagerhersteller vor allem zum Schuldenabbau nutzen. Das Unternehmen hatte sich auf dem Höhepunkt der Finanzkrise mit der Beteiligung am Konkurrenten Continental finanziell übernommen. Inzwischen ist es Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld gelungen, die Finanzen neu zu ordnen. Die Mitglieder der Familie Schaeffler sind nach einer Analyse des Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ derzeit die reichsten Deutschen.