PARIS
CHRISTIAN SPIELMANN

Luc Besson verfilmt ein Album aus der Comic-Serie „Valérian et Laureline“

Der Mobiltelefonbetreiber Orange und sein Marketing- und Kommunikationsdirektor Thierry Iafrate hatten anlässlich eines Wettbewerbs zum Start von Luc Bessons neuem Film „Valerian and the City of a Thousand Planets“ die gute Idee, nicht nur die Gewinner, sondern auch Vertreter der luxemburgischen „Association Luxembourgeoise de la Presse Cinématographique“ nach Paris zu einer Vorpremiere einzuladen. Leider hatte Herr Besson sich aber entschieden, diese Premierenfeier mit rund 1.100 Gästen im „UGC Normandie“ auf den Champs-Elysées nicht zu besuchen. Der Science-Fiction-Film basiert auf dem 1975-Comic „L’Ambassadeur des Ombres“ aus der Serie „Valérian et Laureline“ von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières.

Eine Stadt im Weltraum

In naher Zukunft entsteht die Raumstation Alpha. Da diese gigantische Struktur der Erde gefährlich nahe kommt, wird sie ins Weltall abgeschoben. Im Lauf der nächsten Jahre entwickelt sie sich zur Stadt der tausend Planeten, wo viele Rassen aus dem Universum mehr oder weniger friedlich zusammenleben und Informationen austauschen. Irgendwo da draußen ist der Planet Mül, mit wunderbaren Stränden und klarem Wasser, auf dem auch Friede bei seinen Einwohnern, den Pearls, herrscht. Leider wird der Planet zerstört.

Major Valerian (Dane DeHaan) und Sergeant Laureline (Cara Delevingne) bekommen vom Commander Filitt (Clive Owen) den Auftrag, auf dem Planeten Kyrion einen Transmutator zu suchen. Dieses kleine Wesen hat die Fähigkeit, alles was es isst zu duplizieren. Schließlich müssen sie auf Alpha nach den Ursachen einer verseuchten Zone suchen.

Ein bisschen von Allem

Besson hat die unterschiedlichsten Filme in seiner Karriere gemacht, wie „Subway“, „Léon“, „Le Grand Bleu“, „The Fifth Element“, „Arthur et les Minimoys“, „The Lady“ oder „Lucy“. Sein neuestes Werk kostete die Kleinigkeit von rund 209 Millionen Dollar. Doch so richtig originell ist der Film nicht. Auch wenn etwa 200 verschiedene Rassen von Aliens zu sehen sind, entdeckt man viele Ähnlichkeiten mit Figuren aus unter anderem „Star Trek“ und „Star Wars“. Sicher ist, dass es fast unmöglich ist, wirklich neue Figuren zu erschaffen.

Besson hat auch alle physikalischen Gesetze zu seinen Gunsten umgeschrieben - das ist ebenfalls nichts Neues im Genre, wenn man mit fantasievoller Action auftrumpfen will, oder sollte man besser sagen: mit schwachsinnigen Szenen. Hier werden 17 Lichtjahre in knapp neun Minuten zurückgelegt, und auf Alpha, eine Stadt, die keine Atmosphäre hat und sich nicht mal um die eigene Achse dreht, gibt es sehr tiefe Gewässer mit Monstern.

Sollte man mit diesen Adaptionen der Physik und Mathematik zu Filmzwecken keine Probleme haben, so bleibt dennoch eine sehr schwache Geschichte. Besson hätte besser getan, sich einzig auf die Geschehnisse auf Mül zu konzentrieren, als unbedeutende Nebengeschichten einzubauen. Dann wäre vielleicht ein annehmbarer Film entstanden.