LUXEMBURG
ED BUCHETTE

Während seit 1998 der Europäische Tag des Fahrrads am 3. Juni in manchen Ländern begangen wird, haben die Vereinten Nationen 2018 beschlossen, diesen Tag als Weltfahrradtag auszurufen. Ziel ist es vorrangig, das Fahrrad stärker als alternatives Transportmittel in den Vordergrund zu rücken. Dass es auch als Sportgerät in Luxemburg hoch im Kurs steht, sah man in den letzten Wochen ebenfalls. Wie geht es dem Fahrradsport im Großherzogtum in Pandemie-Zeiten? Das haben wir Ed Buchette gefragt, den Generalsekretär der „Fédération du Sport Cycliste Luxembourgeois“.

„Die Stimmung ist natürlich nicht unbedingt rosig momentan, nicht nur, weil wir noch immer nicht wissen, ob und wann genau die nächsten Rennen stattfinden dürfen. Denn Sportwettbewerbe dürfen ja immer noch nicht stattfinden. Wir gehen mal davon aus, dass der Skoda Tour de Luxembourg zwischen dem 15. und dem 19. September laufen kann und bereiten das vor.

Wobei durch die Umwälzungen im UCI-Kalender infolge der Pandemie zeitgleich die Tour de France stattfindet und das Fahrerfeld dadurch beeinträchtigt werden kann. Wir hoffen aber, dass das Rennen, das im Prinzip in der Woche vor den Straßenweltmeisterschaften stattfindet, trotzdem als flotte Vorbereitung überzeugt. Luxemburg hat ja vieles zu bieten, nicht nur landschaftlich, sondern auch von der Hotellerie und der Gastronomie her.

Was unsere Radsportler anbelangt, so konnten sie trotz der Covid-19-Ausgangsbeschränkungen trainieren. Allerdings alleine. Da bleiben wichtige Aspekte wie Mannschaftstaktik und auch das Team-Building natürlich leider außen vor, genau so wie der Wettbewerbsgeist, der den Radsport kennzeichnet. Die Föderation hat den Sportlern von Anfang der Krise an Trainingspläne zur Verfügung gestellt und auch viel über die sozialen Medien mit ihnen kommuniziert.

Wir haben sogar ein virtuelles Gruppentraining organisiert. Zwar gehört das Training auf Rollen zuhause auch dazu und die digitalen Plattformen sind sehr interessant, um den Kontakt mit anderen Fahrern zu wahren. Aber es fehlen natürlich die realen Bedingungen. Mittlerweile sind Gruppentrainings ja wieder möglich, aber die Vorschriften sind streng. Die FSCL hat ein Konzept ausgearbeitet, in dem sie Gruppen von maximal vier bis sechs Teilnehmern zuzüglich Trainer auf ruhigen Strecken empfiehlt, so wenige Pausen wie möglich, immer zwei Meter seitlicher Abstand und mehr als 20 Meter Abstand zum Vordermann oder zur Vorderfrau. Geduscht werden muss natürlich zuhause. In der Hoffnung, dass sich die Lage wieder schnell normalisiert, versucht jeder, das beste draus zu machen, wobei die Sicherheit immer an oberster Stelle stehen muss.

Etwas Gutes hatten die nervigen Einschränkungen aber doch: die Leute haben massiv auf das Rad zurück gegriffen, um sich im ‚Lockdown‘ ein wenig sportlich zu betätigen. Die Velos sind praktisch ausverkauft. Ich hoffe, dass zumal junge Leute in dieser Zeit etwas auf den Radsport-Geschmack kamen. Die Föderation und die Clubs wären froh, wenn sie sich melden.“

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