LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Feuer im Cabaret gelegt: Staatsanwaltschaft fordert 18 und 24 Monate Haft

Wir schreiben den 30. November 2014. Die beiden Freunde Carsten G. und Michael Z. kommen mit dem Bus aus Saarbrücken nach Luxemburg und landen im Bahnhofsviertel. Sie wollen sich amüsieren und gehen ins „Cabaret“.

Es ist 4.15. Zuerst gab es Poledance - für 50 Euro, „das hatten wir mit den Frauen so abgemacht“, sagt der Hauptbeschuldigte G.vor Gericht. „Dann bezahlten wir Piccolos für die Animierdamen“. Doch G. wollte mehr: Die Frau setzte sich auf seinen Schoß. Er wollte Sex und fragte direkt, ob da mehr drin wäre. Sie sagte: „Okay. Kein Problem! Das kostet 500 Euro.“ Doch das ist G. zu teuer - und man einigt sich auf 200 Euro. G. geht zur Bank und hebt Geld ab. „Doch die Frau hat mich nur massiert. Für mich war das Abzocke. Neben dem Bedürfnis fühlte ich plötzlich destruktive Momente“, sagte er vor Gericht - dann brannten ihm wohl die Sicherungen durch. „Wir stiegen in ein Taxi und fuhren an eine Tankstelle. Weil keine Kanister zur Verfügung standen, nahmen wir Becher und Getränkedosen und füllten diese mit Benzin“, gibt G. dann zu Protokoll. „Der wollte das Lokal abfackeln. Ich wollte ihn davon abhalten. ‚Hör auf, das ist Scheiße‘, habe ich zu ihm gesagt. Doch der hörte nicht auf mich“, sagt Z. vor Gericht. „Als wir dann im Lokaleingang standen, warfen wir das Benzin auf den Teppich. Dann legten wir Feuer. Die Flammen waren 30 bis 50 cm hoch. Anschließend flüchteten wir. Wir sind zum Bahnhof gegangen. Als wir an der Polizeistelle vorbeigingen, hielt plötzlich ein Wagen neben uns. Es waren die Türsteher des Lokals. Die brachten uns zur Polizeiwache“.

Fehlende kriminelle Energie?

Der Schaden hielt sich in Grenzen, sagt der Verteidiger und präzisierte, dass die beiden keine kriminelle Energie besäßen. Den Angeklagten hätte der Alkohol übel mitgespielt, sagte Maître Yves Altwies. Er forderte deshalb eine Strafe auf Bewährung für seine beiden Mandanten. „Man muss für den Mist einstehen, den man baut“, beteuerte der 28-jährige G.. Sein 25-jähriger Freund Z. wollte ihn davon abhalten, „doch ich habe dann mitgemacht“. Der Anklagevertreter Jean-Jacques Dollar berichtet, dass G. in der Jugendfeuerwehr war. „Er wusste also, dass es nicht gefährlich sei auf eine solche Art Feuer zu legen. Der ganze Werdegang wäre trotzdem risikoreich gewesen“. Beide hätten auch keine Vorstrafen. Das spräche für sie, sagt Dollar. Der Anklagevertreter beantragt zwei Jahre und achtzehn Monate Haft. Ob die Strafe auf Bewährung ausgesetzt werden kann, stellte er in das Ermessen des Gerichts.

Das Urteil soll am 20. Oktober verkündet werden