LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Nach dem Tornado: Fast 600 Helfer bei Putzaktion in Käerjeng und Dippach

Samstagmorgen, 9.00: das Kulturzentrum „Käerjenger Treff“ füllt sich mit eimer- und tütenbewehrten Menschen. Fast 600 anstatt der erwarteten 100 sind dem Aufruf der lokalen Landwirte gefolgt, eine Hand mit anzupacken bei der Beseitigung der Tonnen Unrat, die der zerstörerische Tornado am Freitag, dem 9. August durch einen Teil der Gemeinde geblasen hat. Der Wirbelsturm hatte in wenigen Minuten hunderte Häuser und Betriebe in Petingen und Käerjeng zum Teil schwer beschädigt, Hochspannungsleitungen zerstört und Bäume geknickt.

Fetzen kilometerweit geblasen

Der Tornado hatte die Überreste der zerrissenen Dächer mitunter kilometerweit mit sich getragen. Isolationsmaterial wie Styropor und Steinwolle landeten in Wäldern und auf Feldern. Vor allem um die kleinen Fetzen aufzusammeln, die nicht zuletzt eine Gefahr für Weidetiere und landwirtschaftliche Maschinen darstellen, waren die Helfer am Samstag ausgezogen.

„Unsere Bauern haben nach der Katastrophe viel Einsatz gezeigt, um zu helfen, sie sind aber auch Opfer. Jetzt ist es an der Zeit, etwas zurückzugeben“, sagte Bürgermeister Michel Wolter, der die Helfer zunächst mit einem herzlichen Dankeschön begrüßte.

Zügig durchzwölf Zonen

In den Tagen nach dem Desaster hätten weit über 1.000 Menschen aus allen Teilen des Landes angepackt, um den Schutt auf den Straßen zu beseitigen, die Hälfte der Gemeinden aus dem Land habe Hilfe angeboten. Leider seien die Dienste seiner Gemeinde an ihre Grenzen gestoßen und hätten nicht alle Hilfsangebote organisieren können. Auch am Samstag hatten die Gemeinden Düdelingen und Mondorf Teams und Material geschickt, um die Aufräumaktion zu begleiten.

Die Teilnehmer wurden auf zwölf mehr oder weniger ausgedehnte Zonen aufgeteilt, wo die Arbeit von jeweils einem oder mehreren Koordinatoren organisiert wurde. Eine der Zonen lag in der Nachbargemeinde Dippach. Der Wirbelsturm hatte Trümmerteile bis nach Schouweiler getragen. Der Dippacher Schöffe Max Hahn koordinierte hier die Arbeiten vor Ort. Darüber hinaus wurde gleich zu Beginn ein Team für eine Umzugsaktion gebildet: Eine Familie, deren Haus bis auf weiteres unbewohnbar ist, muss einstweilig nach Düdelingen ziehen. Bürgermeister Wolter sprach von drei Familien, die relogiert werden müssen, das seien weniger als in der Nachbargemeinde Petingen.

Die Aufräumteams, die zum Teil mit Bussen und Kleintransportern an ihren Einsatzort gefahren wurden, hatten enorm viel Motivation mitgebracht, so dass die Arbeiten, für die die Gemeindedienste allein enorm viel Zeit gebraucht hätten, zügig voranschritten.

Der immer wieder einsetzende Nieselregen tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Gesprächsthema Nummer Eins war die Zukunft der Menschen, deren Wohnungen durch die Naturkatastrophe teils schwer beschädigt worden waren.

Für die Helfer gab es am Ende Sandwiches und Getränke und noch einmal ein sehr herzliches Dankeschön von den Bauern und den Gemeindeverantwortlichen.