Am Sonntag, den 19. Juli stand Christina Stürmer anlässlich des Festivals von Wiltz in Luxemburg auf der Bühne. Mit den Worten „Unser erstes Konzert in Luxemburg war ein Traum! Danke Wiltz - das war groß“ bedankte sich die Sängerin anschließend bei ihren Fans auf Twitter. Wir hatten nun die Gelegenheit, mit ihr zu sprechen.
Wie bereitest Du Dich auf deine Auftritte vor?
Christina Stürmer Ich lasse den Tag ruhig angehen und versuche, meine Energie für den Abend zu sammeln. Tagsüber finden noch Interviews und sonstige Termine statt aber eine Stunde vor dem Konzert beginnt die Konzentrationsphase. Es hat sich so eingebürgert, dass ich dann mit meinen Bandkollegen ein Glas Whiskey trinke - ich nippe natürlich nur daran- und dann wünschen wir uns viel Spaß.
Du hast vor kurzem in Luxemburg in Wiltz ein Konzert gegeben. Wie war das für Dich?
Stürmer Es war wirklich super, ich habe nur positives Feedback bekommen und sowohl wir als auch die Fans hatten eine tolle Zeit. Ich war im Endeffekt etwas schockiert, dass es 13 Jahre gedauert hat, bis ich mal nach Luxemburg gekommen bin. Ich verspreche, das nächste Mal müsst ihr nicht mehr so lange warten!
Die Berühmtheit, die mit dem Erfolg einhergeht, wird oft als Schattenseite des Berufs angesehen. Siehst Du das genauso?
Stürmer Man wird natürlich mehr beobachtet und es wird einem ständig auf die Finger geschaut. Manchmal würde ich einfach gerne stinknormal durch die Einkaufsstraße laufen oder ein Konzert von jemand anderem genießen. Ich wäre da gerne eine von vielen, anstatt ununterbrochen Autogramme geben oder Fotos machen zu müssen, aber da muss man halt die Zähne zusammenbeißen. Dafür ist mein Leben ziemlich aufregend und abwechslungsreich.
Welcher Deiner Songs liegt Dir besonders am Herzen?
Stürmer Neben meinem ersten Song „Ich lebe“ wäre da einmal der Song „Mama (Ana Ahabak)“, der die Kriegsthematik behandelt, genauer genommen die damals aktuellen Ereignisse des Irakkrieges. Es ist erschreckend, wie aktuell diese Thematik heute immer noch ist. „Millionen Lichter“ stellt für mich einen neuen Aufschwung dar, nach einer Phase, in der ich Angst hatte, nicht mehr aktuell zu sein und dass die Leute andere Bands mit anderen Songs entdecken könnten. Als ich mit dem Song Erfolg hatte, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen.
Deutsche Musik gilt oft als „uncool“. Warum ist das so und warum hast Du Dich trotzdem dazu entschieden, auf Deutsch zu singen?
Stürmer Mit deutscher Musik hat man immer nur Schlager verbunden und im Jahr 2003, in dem ich an einer Castingshow in Österreich teilnahm, kam eigentlich eine Wende, in der auch Silbermond und Juli groß rauskamen. Ich dachte, das kann doch nicht sein, dass Deutsch nur aus Schlager bestehen soll und dazu verdammt sein soll, „uncool“ zu sein und wollte das Gegenteil beweisen! Außerdem ist Deutsch meine Muttersprache und ich kann mich in ihr besser ausdrücken.
Ein englischsprachiges Album würde für mich nicht in Frage kommen. Eine Ausnahme waren die Songs, die ich mit Bon Jovi performen durfte. Wenn man mit so einer Band Musik machen kann, ist das natürlich etwas anderes.
Dein aktueller Song heißt „Was wirklich bleibt“. Worum geht es und was ist es, „was wirklich bleibt“?
Stürmer Man hat im Leben schon so viel erlebt und man wird noch so viel erleben und irgendwann stellt man sich die Frage, ob das alles richtig gewesen ist und man lernt, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Für mich sind das die Freunde und die Familie, also die Menschen, auf die man trifft. Es geht aber auch darum, was man aus den Möglichkeiten, die das Leben einem bietet, gemacht hat; ob man damit zufrieden ist.
Hast Du ein Lebensmotto?
Stürmer „Ich hör‘ auf mein Herz“ ist mein Lebensmotto und so heißt auch ein ganzes Album von mir. Wenn du in der Öffentlichkeit stehst, hast du so viele Menschen um dich herum, die dir sagen, was du machen sollst und wie du auszusehen hast. Ich denke, man sollte auf sein Herz hören und Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, statt immer nur auf andere zu hören. Ich bin es ja, der meine Musik verkörpert und ich will keine Rolle spielen.
Was war das Verrückteste, das Du mit einem Fan erlebt hast?
Stürmer Es gibt Fans, die sind regelrecht besessen, besitzen einen Schrein mit allen Alben und stellen dann noch eine Kerze davor. Ein Fan hat sich wohl auch einmal Bettwäsche mit Fotos von mir drauf anfertigen lassen. Das finde ich schon ziemlich schräg.
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