LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Das neue Nationale Einsatzzentrum der Rettungsdienste ist das Symbol für das CGDIS

Das meistzitierte Sprichwort bei der gestrigen Grundsteinlegung für die neue Feuerwehrhauptwache am Kreisel Gluck lautete „Was lange währt, wird endlich gut.“ Man habe gekämpft, diskutiert, gestritten und geschafft, so Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer. Schon seit langem sei klar gewesen, dass die Wache der Berufsfeuerwehr an der Arloner Straße zu klein für deren vielfältige Aufgaben sei, aber es habe eben gedauert.

Was lange währt...

Bereits 2004 wurde ein Architekturwettbewerb für eine neue Hauptfeuerwache durchgeführt. Das erste verwaltungstechnische Vorprojekt habe dann 2012 vorgelegen und 2015 sei das Vorhaben endgültig verabschiedet worden.

Die Kombination aus Feuerwache der Berufsfeuerwehr Luxemburg, nationaler Einsatzzentrale und Ausbildungszentrum, die jetzt am Kreisel Gluck - am nordöstlichen Ende des Stadtentwicklungsgebietes „Ban de Gasperich“ - errichtet wird, ist nach den Worten der Bürgermeisterin ein Zeichen der Zusammenarbeit. Die Zusammenarbeit sei mittlerweile nicht mehr auf das räumliche Miteinander beschränkt, sondern habe sich zu einem faktischen und politisch gewollten Miteinander entwickelt. Gemeint ist das vereinigte nationale Rettungskorps CGDIS, das schon im Aufbau, dessen gesetzliche Grundlage aber noch nicht verabschiedet ist.

Für den ersten Bauabschnitt des Nationalen Feuerwehr- und Rettungszentrums fungiert die Hauptstadt als Bauherr und trägt 55 Prozent der Baukosten von etwas mehr als 121 Millionen Euro, der Staat ist an diesem Bauabschnitt mit 45 Prozent beteiligt. Auch wenn gestern die offizielle Grundsteinlegung erfolgte, Baubeginn war schon im September 2016. Bis 2020 soll alles fertig gestellt sein.

Mit dem zweiten Bauabschnitt werden die Kosten bei über 140 Millionen liegen. Auch die für die städtische Infrastruktur zuständige Schöffin Simone Beissel stellte fest: „Ich freue mich immens!“, denn hier entstände das, was zusammengehört. Beissel, langjährige liberale Politikerin, lobte ausdrücklich das Engagement von Innenminister Dan Kersch (LSAP) der „die Sache“ schnell vorangebracht habe.

Tolle Zusammenarbeit

Der Innenminister sprach selbst die hervorragende Zusammenarbeit, vor allem in der Parlamentskommission, in Sachen CGDIS an; über alle Parteigrenzen hinweg habe es Ideen und Lösungsvorschläge gegeben.

Kersch betonte die Bedeutung von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Rettern, beide seien nötig für ein funktionierendes Rettungswesen im Großherzogtum. Das A und O eines guten nationalen Rettungsdienstes im Sinne der Bürger liege in einer anspruchsvollen Aus- und Weiterbildung, dafür biete das nationale Einsatzzentrum mit seinen Schulungsräumen für Theorie und Praxis den bestmöglichen Rahmen. Laut Kersch entsteht am Kreisel Gluck eine der modernsten Feuerwehrschulen Europas.