LUXEMBURG/ DUBAI
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Auf der Wirtschaftsmission unterzeichnet Luxemburg ein Kooperationsabkommen mit Dubai

Dubai und Luxemburg unterzeichneten auf der Wirtschaftsmission gestern ein Abkommen über eine Zusammenarbeit im Bereich Innovation anlässlich des Besuchs der „Dubai Future Foundation“, dem Pendant zu Luxinnovation in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Nun können „luxemburgische Start-ups und Technologieunternehmen von lokalen Entwicklungs- und Finanzierungsprogrammen profitieren“, hieß es. Beide Regierungen teilten mit, sowohl Luxemburg als auch die VAE verfolgten eine Politik der Diversifizierung. Während das Großherzogtum weniger abhängig vom Finanzsektor werden will, wollen die VAE die Abhängigkeit von Erdöl verringern. Daher setzen beide auf Innovationen, insbesondere in Bereichen wie Raumfahrt, erneuerbare Energien, Gesundheit, Logistik, Tourismus und Fintech.

Derzeit befindet sich eine außerordentlich große Wirtschaftsmission mit mehr als 70 Unternehmen unter der Leitung von Erbgroßherzog Guillaume in den VAE. Letztmalig ist Vizepremier und Wirtschaftsminister Etienne Schneider mit von der Partie. Finanzminister Pierre Gramegna ist ebenfalls präsent. Darüber hinaus sind namhafte Unternehmen aller Branchen vertreten, vom Stahlkonzern ArcelorMittal über den Obst- und Gemüsehändler Grosbusch bis hin zur „Banque Internationale à Luxembourg“, die seit 2015 in Dubai präsent ist, oder dem Hartmetallspezialisten Ceratizit oder der Luxfactory.

Zusammenarbeit im Bereich Fintech

Gramegna diskutierte mit seinem Amtskollegen Obaid Bin Humaid Al Tayer, dem Staatssekretär für Finanzen der VAE, bilaterale Beziehungen, die Herausforderungen der Digitalisierung von Finanzdienstleistungen sowie Entwicklungen im internationalen Steuerwesen. „Luxemburg und die VAE unterhalten ausgezeichnete Beziehungen im Finanzsektor. Wir haben vereinbart, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern weiter zu verstärken, insbesondere im Bereich Fintech und nachhaltige Finanzen“, gab Gramegna bekannt.

Er und seine Delegation, darunter auch Nasir Zubairi, der CEO von LHoFT, tauschten sich zudem mit Vertretern des Fintech-Sektors der VAE über die neuesten Trends im Bereich der Finanztechnologie im Nahen Osten, Nordafrika und Südasien aus und zogen eine Bilanz über den aktuellen Stand der Aktivitäten zwischen Luxemburg und den VAE in diesem Bereich. Darüber hinaus trafen der Erbgroßherzog und der Finanzminister Investoren und hohe Beamte des Finanzsektors.

Schon 2017 hatten Luxemburg und die VAE einen Kooperationsvertrag im Raumfahrtsektor unterzeichnet. Deshalb besuchten Schneider und weitere Gäste am Montag in Abu Dhabi ein Seminar über Investitionen und Finanzierung in diesem Sektor. „Dieses Seminar stärkt unsere bilaterale Zusammenarbeit mit den VAE bei der Entwicklung von Hochtechnologie-Raumfahrtprodukten und -dienstleistungen weiter, indem wir uns mit Finanzierungsinstrumenten ausstatten, die an die Bedürfnisse privater Unternehmen angepasst sind“, meinte Schneider dazu. Anschließend trafen der Kronprinz von Abu Dhabi und Chef der Streitkräfte, Mohammad Bin Zayed Al Nahyan, den Erbgroßherzog sowie die beiden Minister. Später folgte ein Besuch des Louvre Abu Dhabi und ein Essen mit dem Toleranzminister.

Am Vortag hatte die Mission zum Auftakt Kuwait einen Besuch abgestattet. Schneider tauschte sich dabei mit dem Premierminister von Kuwait, Scheich Sabah Khaled Al-Hamad Al-Sabah, aus. Er hatte auch ein bilaterales Treffen mit seinem kuwaitischen Amtskollegen, dem Minister für Handel und Industrie. Dabei wurde vereinbart, bald zwei Abkommen zu unterzeichnen, nämlich ein Protokoll, das den OECD-Standard für den Informationsaustausch auf Anfrage in Steuerfragen in das Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung aufnimmt, und ein Luftverkehrsabkommen, das das alte Abkommen von 1993 ersetzen wird. Danach nahm Schneider an der Einweihung des „NB Chocolate House Luxembourg“ teil, der zweiten Niederlassung des „Luxembourg Chocolate House“ im Nahen Osten nach jenem in Riad.