CLAUDE TURMES

Nach der UN-Konferenz in Marrakesch sehen Umweltschützer und Politiker den Kampf gegen die Erderwärmung auf einem guten Weg. „Die Bedrohung durch den Klimawandel ist echt - aber unsere Antwort auf die Bedrohung ist es auch“, sagte UN-Klimachefin Patricia Espinosa bei der Abschlusssitzung. „Lasst uns am Montag wieder mit der Arbeit beginnen! Es ist wirklich viel zu tun.“ Die Konferenz in Marokko war die erste, auf der fast 200 Länder an der Umsetzung des historischen Klimapakts arbeiteten, auf den sie sich vor einem Jahr in Paris geeinigt hatten. Das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, muss nun ausbuchstabiert werden, und „die EU muss im Klimaschutz wieder eine Vorreiterrolle übernehmen“, stellt der grüne Europaabgeordnete Claude Turmes klar, der ebenfalls beim UN-Klimagipfel in Marokko anwesend war. Übrigens: In einem Jahr treffen die Unterhändler und Politiker sich am Rhein: Bonn als Sitz des UN-Klimasekretariats ist Gastgeber, weil Fidschi die Konferenz nicht ausrichten kann.

„Zu Beginn der Klimakonferenz in Marrakesch ist das Klimaabkommen von Paris in Kraft getreten - in Rekordzeit. Es ist gut und wichtig, dass die internationale Gemeinschaft weiter zusammensteht im Kampf gegen Klimawandel - trotz der Unsicherheit über die Konsequenzen der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.

Denn die Nachricht von Politik und Wissenschaft in Marrakesch ist klar: Wer nicht am Ausstieg aus den fossilen Energien arbeitet, gefährdet nicht nur die Zukunft unseres Planten, sondern auch die von Wirtschaft und Arbeitsplätzen. Die Dynamik weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Erneuerbaren Energien ist nicht mehr zu stoppen. In Marrakesch haben die Regierungen auch anerkannt, dass mehr getan werden muss, um die Ziele von Paris zu erreichen.

 Die EU muss im Klimaschutz wieder eine Vorreiterrolle übernehmen - gerade nach den Wahlen in den USA. Die bisher geleakten Pläne der Juncker-Kommission für neue Gesetze zur europäischen Energiepolitik sind unglaublich enttäuschend. Der Umstieg auf erneuerbare Energien muss beschleunigt und nicht verlangsamt werden, wie es die EU-Kommission in ihrem Energiepaket bislang vorsieht. Ich hoffe, dass nach dieser Weltklimakonferenz erhebliche Nachbesserungen getätigt werden, bevor das Gesetzespaket am 30. November vorgestellt wird.“