LUXEMBURG
SVEN WOHL

„Respecteachother“ spricht Mobbing-Opfer an und möchte ihnen helfen

Mobbing ist ein Phänomen, von dem immer mehr Menschen, auch Jugendliche, betroffen sind. Die sich wiederholende und andauernde Schikane kann dabei aus vielen Quellen aus dem Umfeld kommen. Sie ist längst nicht mehr auf Schule oder Arbeit reduziert, sondern kann dank der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten ständig geschehen. „Digitalem Mobbing ist man 24 auf 24 Stunden ausgesetzt“, erklärt Vanessa Tani. Sie hat im März die asbl „Respecteachother“ gegründet, die sich an Mobbing-Opfer richtet und ihnen Mut machen soll, über das Thema zu sprechen. „Viele Menschen haben Angst“, stellt sie fest und meint, dass auch deshalb sich längst nicht jeder traut, über die eigenen Erfahrungen mit Mobbing zu sprechen.

Positives aus negativen Erfahrungen ziehen

Bei ihr ist das ein Stück weit anders. Vanessa Tani war selbst Opfer von Mobbing geworden, wie sie erzählt: „Das hat mich schwer belastet, aber ich habe mir helfen gelassen. Bei der Therapie bin ich auf andere gestoßen, die auch davon betroffen waren.“ Es folgte bei ihr die Entscheidung, mit dieser Erfahrung etwas Positives bewirken zu wollen. „Ich wollte etwas Gutes daraus ziehen.“
Klar ist für sie nicht nur, dass viele Menschen Angst haben, über dieses Problem zu sprechen, sondern dass auch das Umfeld entsprechend reagieren muss. „Es darf nicht einfach weggesehen werden“, erklärte die Gründerin der a.s.b.l. „Respecteachother“. Dabei wird kein wesentlicher Unterschied zwischen Offline- und Online-Mobbing gemacht, auch, weil sie sich gegenseitig ergänzen. Das sogenannte Cybermobbing bringe, wie erwähnt, mit sich, dass es ständig möglich ist. Gleichzeitig kann hier auf eine Vielzahl an Kanälen und Taktiken zurückgegriffen werden. Hierzu gehören sowohl die sozialen Netzwerke wie auch eher klassischere Textnachrichten. Laut BEE SECURE kommt beim Cybermobbing erschwerend hinzu, dass dieser auch anonym ausgeführt werden kann. Eine Konfrontation oder Aussprache mit dem Bully ist in dieser Hinsicht also dementsprechend schwierig.

„Ein delikates Thema“

Zu sämtlichen Formen des Mobbings bietet die a.s.b.l. Workshops und Informationen für jung und alt an. Mit den Workshops geht sie in die Schulen, wo sie sowohl die jüngeren als auch älteren Klassen anspricht. Die a.s.b.l. ist noch jung, hat aber bereits einige wertvolle Kontakte – unter anderem mit einer Psychologin, die sich mit solchen Fällen beschäftigt – aufgebaut. Während die a.s.b.l. vor allem informiert und ermutigt, über solche Fälle zu sprechen, sieht sie es nicht als ihre Aufgabe, diese Fälle zu behandeln, sondern leitet sie stattdessen an die kompetenten Stellen weiter. Zu ihrer Vorsicht meinte sie: „Es ist ein delikates Thema und ich möchte keine falschen Informationen weitergeben.“ Vanessa Tani zeigte sich insgesamt glücklich über die Tatsache, dass sich so viele Menschen in diesem Feld engagieren wollen.
Zu erreichen ist die a.s.b.l. auf Facebook: facebook.com/RespectEachOther08 oder per E-Mail: respecteachother08@gmail.com