LUXEMBURG
MARTINE KLEINBERG

Am Donnerstag ist der „Internationaler Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk“, der von der UN 1978 ausgerufen wurde. Dies geschah zur Erinnerung an die Resolution der UN aus dem Jahre 1947, mit der damals der Staat Palästina geteilt wurde. Die Zwei-Staaten-Lösung wird nach wie vor von vielen als Ziel zur Lösung des Nahostkonflikts gesehen. Allerdings ist Israel als Staat international anerkannt, einen palästinensischen Staat gibt es weiterhin noch nicht. Das palästinensische Volk kämpft jedoch um einen souveränen und anerkannten Staat. Hierzu Martine Kleinberg vom „Comité pour une Paix Juste au Proche-Orient“.

„Im Jahr 1922 hatte das Mandatsgebiet Palästina etwa zehn Prozent jüdische Einwohner, von denen eine Handvoll jahrhundertelang palästinensische Juden waren, andere kamen aus den 1880er Jahren wegen des wachsenden Antisemitismus in Europa. 90 Prozent der Einwohner waren palästinensische Muslime und Christen. Nach der Einwanderungswelle von 1919 bis 1947 stieg die jüdische Bevölkerung auf 30 Prozent.

Am 29. November 1947 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Teilung Palästinas, die einen internationalen Status für Jerusalem, 56 Prozent für Palästina für einen jüdischen Staat und 44 Prozent für einen arabischen Staat vorsieht. Nach Kriegen, Vertreibungen, Revolten und Friedensverhandlungen haben die Palästinenser nachgegeben und 1993 das Prinzip eines palästinensischen Staates auf nur 22 Prozent des Mandats Palästinas akzeptiert. Durch die Siedlungspolitik Israels und weiteren Faktoren ist dieses Ziel stark bedroht. Das bedeutet auch, dass eine Zukunft, in der Palästinenser wie Israelis frei und sicher leben können, immer unwahrscheinlicher wird und das Völkerrecht nicht beachtet wird.

Um auf die Ungerechtigkeiten, die im Gazastreifen und dem Westjordanland herrschen, aufmerksam zu machen, organisieren wir das ganze Jahr über eine Reihe von Veranstaltungen. So haben wir dieses Jahr etwa Rami Elhanan aus Israel und Bassam Aramin aus Palästina nach Luxemburg eingeladen. Beide verbindet, dass sie eines ihrer Kinder durch die anhaltende Okkupation verloren haben. Ihre Schicksale wurden in einem Dokumentarfilm festgehalten, der letzte Woche dann auch in der Cinémathèque gezeigt wurde. Wir sammeln außerdem Geld, um verschiedene Projekte und NGOs, die vor Ort aktiv sind, zu unterstützen. Hierzu zählt etwa ‚Not To Forget‘, die sich um Kinder im Flüchtlingslager Dschenin kümmert, welche traumatisiert wurden.

Ob die Zukunft in zwei Staaten liegt, die friedlich nebeneinander leben, oder in einem einzigen Staat mit gleichen Rechten für alle, ist nur schwer zu sagen. Sicher ist, dass nur eine Lösung gefunden werden kann, wenn auch Länder wie Luxemburg sowie die EU entsprechend agieren und den notwendigen Druck ausüben.“