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Die Krankenhäuser CHEM und CHL wollen ihrer Patientenakten vernetzen

Es wird ein wichtiger Schritt in eine gemeinsame Zukunft: Die beiden Krankenhäuser „Centre Hospitalier Emile Mayrisch“ (CHEM) und „Centre Hospitalier de Luxembourg“ (CHL) wollen bis 2022 ihre Patientenakten digitalisiert zusammen gelegt haben. Das neue „DOP@MIN“ („Dossier Patient Mutualisé Informatisé“) genannte Utensil soll es dann unter anderem Ärzten erlauben, auf einen Blick sehen zu können, ob verschriebene Behandlungen und Medikamente auch verabreicht wurden oder nicht. Es könne zudem zur Kommunikation des Ärztepersonals genutzt werden, wenn ein Arzt des CHEM etwa eine Diabetes-Diagnose erstellt: „In dem Fall wird automatisch ein Termin bei einem Spezialisten im CHL vereinbart“, erklärte Hansjörg Reimer, Generaldirektor des CHEM. „Damit schlagen wir ein neues Kapitel in der Digitalisierung der Krankenhäuser auf“, betonte CHL-Generaldirektor Romain Nati. „Diese Software wird Ärzte und Fachkräfte bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen.“ „Damit bleibt mehr Zeit für den Patienten“, unterstrich Reimer. Das Instrument „DOP@MIN“ sei deshalb der ausdrückliche Wunsch beider Krankenhäuser gewesen.

Implementierung über vier Jahre

Die engere Kooperation, gemeinsame Behandlungen und die Bündelung der Kompetenz sei daher auch klar im Interesse der Patienten. So ließen sich beispielsweise Medikamentenunverträglichkeiten bei der Verschreibung besser vermeiden, was letztendlich die Patientensicherheit verstärke. „DOP@MIN“ soll alle im Rahmen der Behandlung relevanten Informationen speichern und diese dem medizinischen Fachpersonal beider Krankenhäuser umfänglich zugänglich machen.

Im Sommer nahmen beide Krankenhäuser die Arbeit an dem „DOP@MIN“-Projekt auf, rund 18 Monate dauerte die Entwicklung; das Projekt werde jetzt gemeinsam mit dem Partner-Unternehmen „Maincare Solutions“ in die Tat umgesetzt. Bis 2022 soll die Infrastruktur stehen, vier Jahre Zeit lassen sich beide Krankenhäuser mit der schrittweisen Umsetzung. Damit werde das Krankenhaus-Projekt die von der Regierung verpflichtete digitale Patientenakte ergänzen, diese aber nicht ersetzen.

Beide Partner wollen mit ihrer gemeinsamen Akte eine umfassende Strategie zur Digitalisierung der Versorgung bieten. „Alle gesundheitlichen Fachkräfte erhalten somit einen umfassenden Überblick über den Patienten“, lautet die Erklärung Natis. „DOP@MIN“ soll knapp 6,8 Millionen Euro kosten. 20 Prozent übernehmen die Krankenhäuser selbst, der Rest wird durch Gelder der „Caisse nationale de santé“ (CNS) finanziert. LJ