PERL
PATRICK WELTER

Das Saarland übernimmt Luxemburgische Methode zur giftfreien Schädlingsbekämpfung

Der Feind ist kaum größer als ein paar Millimeter, da er aber nicht einzeln, sondern in Schwärmen auftritt, ist sein negatives Wirken nicht zu unterschätzen. Der kleine Kerl trägt den schönen Namen Traubenwickler (siehe nebenstehenden Kasten) und gehört zu den echten Feinden der heimischen Winzer. Der Traubenwickler gilt als Feind Nummer eins in den Weinbergen rechts und links der Mosel, nicht nur dass er sich an den Reben labt, die angefressen Pflanzen werden durch sein Tun auch anfälliger für Infektionen.

Man kann den Traubenwickler mit der chemischen Keule erlegen, was eine ganze Menge von Schäden für die übrige Fauna mit sich bringt. Die Akzeptanz für derartige Holzhammermethoden schwindet aber zusehend. In Luxemburg wird schon seit zwanzig Jahren, zunächst vereinzelt und mittlerweile nahezu flächendeckend auf die „Verwirrungsmethode“ gesetzt.

Nach Luxemburger Vorbild

Die saarländischen Winzer haben sich nun mit Unterstützung des Saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz dazu entschlossen die „Verwirrungsmethode“ in ihrem rund 120 Hektar großen Anbaugebiet einzuführen. Gut gelaunt erklärte der Saarländische Minister Reinhold Jost wie diese „Verwirrungsmethode“ funktioniert: Aus kleinen Dispensern wird ein Pheromon freigesetzt das dem Duftstoff entspricht, den das Traubenwicklerweibchen ausstößt, wenn es paarungsbereit ist. Die verwirrten Männchen finden einfach keine Partnerin mehr, dadurch geht die Population auf natürliche Weise zurück. Die „Verwirrung“ gilt als ökologische Maßnahme und macht den Einsatz von Insektiziden weitgehend überflüssig. Die Saarländische Regierung unterstützt die Einführung dieser Methode mit einem Zuschuss von 110 Euro je Hektar, unabhängig von der Nationalität des Betriebs. Letzteres ist an der „Südlichen Weinmosel“, so die von beiden Ministern benütze Regionalbezeichnung, von besonderer Wichtigkeit, da die Anbauflächen vieler Winzer hüben und drüben liegt. Auch deutsche Winzer erhalten für ihre luxemburgischen Lagen luxemburgische Zuschüsse.

Minister Etgen stellte die Zusammenarbeit in Sachen Traubenwickler in eine Reihe mit anderen Beispielen von Zusammenarbeit im Weinbau innerhalb der Großregion, er nannte die Charta Schengen Weine und das Leader-Projekt „Terroir Moselle“ als Beispiele.