LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Von 16 auf 71 Unternehmen in 18 Jahren

Wie steht der heimische Gemüseanbau da? Und welche Hürden gibt es für seine Entfaltung? Fragen, die im Rahmen der parlamentarischen Konsultierungsdebatte über
den Rifkin-Prozess im vergangenen November aufgeworfen wurden.

Ein wichtiger Teil dieser Strategie ist bis 2050 der Aufbau einer nachhaltigen Lebensmittelbranche, die zu 100 Prozent auf biologischer Landwirtschaft beruht. Derzeit importiert Luxemburg das Gros seiner Lebensmittel, besonders bei Gemüse stammt nur ein sehr kleiner Teil aus heimischer Produktion. Am vergangenen Freitag legte Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) im parlamentarischen Landwirtschaftsausschuss die Branchenstudie vor, mit der die „Chamber“ ihn beauftragt hatte. Daraus geht hervor, dass der Gemüseanbau in Luxemburg schon Rückenwind hat: Seit 2000 ist die Zahl der Betriebe in dieser Branche von 16 au 71 angestiegen, während damals nur sieben Hektar dem Gemüseanbau gewidmet waren und heute 135 Hektar.

Hürden: Grundstücks- und Wasserpreise sowie Fachkräftemangel

Das Potenzial sei also da, doch die Gemüsebauern stehen einer riesigen Konkurrenz gegenüber, ihre Produkte landen selten im Angebot der Supermärkte. Zu den Hürden gehören auch der Zugang zu Grundstücken und zu Wasser, beides ist mit hohen Kosten verbunden. Aber es gibt auch Defizite bei der Verfügbarkeit von Fachpersonal und ein Mangel an Weiterbildungsmöglichkeiten.

In Sachen Ausbildung starten zur „Rentrée“ zwei neue Ausbildungen in der Ackerbauschule: das „Diplôme d’Aptitude Professionnelle Maraîcher“ und das Technikerdiplom „Entrepreneur Maraîcher“. Außerdem hat Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) kürzlich einen Gesetzentwurf zur Flexibilisierung der Arbeit im Landwirtschaftssektor hinterlegt, der eine Referenzperiode von maximal sechs Monaten für die Arbeitszeiten einführen soll. Eine Maßnahme, die den Betrieben helfen soll, der Saisonalität der Landwirtschaft besser Rechnung zu tragen