CLAUDE KARGER

Da haben wir’s: „Luxemburg ist eine Zwergin, die voller Entdeckungen steckt“, schlussfolgert die „Mittelbayerische.de“ nach einem Besuch im „Land von Lea Linster“. Der Reisereporter war dermaßen von Häppchen, „Kippchen“ und Küsschen verzaubert, dass er sich im kleinen „Schmelztiegel“ der Kulturen - Zwerge hin oder her - absolut pudelwohl fühlte. Absolut un-pudelwohl dürften sich hingegen die christsozialen Granden bei der Lektüre gestern des „Tageblatt“-Leitartikels gefühlt haben. „Die CSV steht vor der größten Sinnkrise ihrer Geschichte“, schreibt da ein ehemals hoher Juncker-Berater. Besagter „Übervater“, ohne den die Partei am 14. Oktober erstmals seit 39 Jahren antrat, in der festen Überzeugung, dass sie ohne viel Mühe einfach so zurück an die Macht kommen würde, hat seinen Nachfolgern aber auch ein schwieriges Erbe hinterlassen: „Wie fast immer bei dominanten Persönlichkeiten fehlt es an Nachwuchs. In der Altersklasse 40 bis 50 Jahre ist die CSV äußerst schwach aufgestellt“. Aber: „Alphamännchen wie Juncker fressen zwar ihre Kinder, nicht aber ihre Enkel. Das größte Potenzial liegt demnach in einem beherzten Generationssprung“. Da kann man freilich auch einen Tick zu weit hopsen. Besonders, wenn man die Politik-Inhalte vergisst.