ESCH/ALZETTE
CHRISTIAN SPIELMANN

Erstes „Esch-Festival du Film Intergénérationnel“ vom 1. bis 4. April in Esch/Alzette

Die Lebenserwartung der Menschen ist von 1960 bis 2010 von 50 auf 77 Jahre gestiegen, wobei die Frauen im Durchschnitt etwa fünf Jahre länger leben als die Männer. Die zwei Hauptgründe dafür sind bessere Lebensbedingungen, vor allem hygienischer Natur, und eine ausgezeichnete medizinische Betreuung im Fall von Krankheiten. Das Altwerden ist nicht nur schön, sondern hat auch unangenehme Seiten. Um die Problematik zu umreißen, haben sich die Verantwortlichen der Escher Gemeinde und des „RBS-Center fir Altersfroen“ mit den Caramba-Kinos zusammen getan und ein Filmfestival auf die Beine gestellt, das einzigartig ist. Das erste „Esch-Festival du Film Intergénérationnel“, kurz EFFI genannt, findet vom 1. bis 4. April im Escher Kino „Ariston“ statt.

Sechs Filme

Mit sechs Filmen werden verschiedene Probleme des Altwerdens aufgeworfen, die auch von jüngeren Generationen verstanden werden sollen, denn irgendwann müssen auch sie sich mit diesen Themen auseinander setzen. Im Eröffnungsfilm des Festivals „Vergiss mein nicht“, einem Dokumentarfilm von David Sievenking, geht es um die Demenzkrankheit der Mutter des Filmemachers. In Til Schweigers „Honig im Kopf“ spielt Dieter Hallervorden einen an Alzheimer erkrankten Opa, der mit seiner Enkelin eine außergewöhnliche Reise unternimmt. Alexander Payne beschreibt in seinem „Nebraska“ die beschwerliche Reise des senilen Woody (Bruce Dern), um einen fiktiven Millionengewinn zu kassieren. Vanessa Redgrave spielt die an Krebs erkrankte Marion, die für ihr Leben gerne singt in „Song for Marion“ von Paul Andrew Williams. In „La Cage dorée“ von Ruben Alves steht das Thema Pensionierung im Mittelpunkt. Geschichten und Lieder aus der „guten alten Zeit“ sind in „De Bopebistro Tour“ von Yann Tonnar angesagt. Weil „RBS“ für „Recherche-Renseignement, Bildung, Schoulung“ steht, sind dies auch Ziele des Festivals. Nach den Abendvorstellungen von 19.30 stehen Diskussionsrunden auf dem Programm. Ein dem Filmthema nahe stehender Experte wird die Fragen des Publikums beantworten. Damit junge Menschen die verschiedenen Aspekte und Probleme des Alterns verstehen, steht am 1. April eine Schülervorstellung um 9.00 von „Honig im Kopf“ auf dem Programm, nach der über Alzheimer informiert und diskutiert wird. Am Samstagmorgen steht dieser Film auch auf dem Programm, vor der Projektion wird gemeinsam gefrühtstückt. Die Filme und die Diskussionen sollen für mehr Verständnis zwischen den Generationen sorgen. Altwerden bedeutet nicht, an einer unheilbaren Krankheit zu erkranken.


Weitere Informationen findet man auf

der Internetseite www.effi.lu