GUY HOFFMANN

Raiffeisen ist eine Genossenschaftsbank - und das ändert alles! Diese Aussage spiegelt nicht nur unsere eigene Überzeugung wider, sie verdeutlicht auch, dass sich eine Genossenschaftsbank anderen Zielen verpflichtet als dies beispielsweise bei börsennotierten Finanzkonzernen der Fall ist.

Prioritäres Unternehmensziel einer Genossenschaftsbank ist folglich nicht die Gewinnmaximierung, sondern vielmehr den Kunden und Mitgliedern einen langfristigen wirtschaftlichen Mehrwert zu bieten, sowie in den jeweiligen Regionen zu einer gesunden Wirtschaftsentwicklung beizutragen. Darüber hinaus verfügen Genossenschaftsbanken über eine Eigenheit, die Vertrauen schafft: Die Bank funktioniert nicht in einem geschlossenen Kreis, da satzungsgemäß alle Kunden auch Mitglied werden können.

Dass ich dieses mir naheliegende Beispiel voranstelle hat einen guten Grund: Das Genossenschaftsmodell zeigt sehr deutlich, dass Banken entgegen dem allgemeinen Trend in der Finanzwelt auch heute noch Vertrauen gewinnen können.

Die Banque Raiffeisen hat in den vergangenen zwei Jahren ihr Mitgliederprogramm „Avantages OPERA“ in den Vordergrund gestellt und hat ihre Mitgliederzahl bis heute auf stolze 25.000 Mitglieder steigern können. 25.000 Menschen, die vom Kunden zum Mitglied wurden, 25.000 Menschen, die Raiffeisen vertrauen und ihren Werten so nahe stehen, dass sie sich aktiv beteiligen wollen.

Hier drängen sich ein paar grundsätzliche Feststellungen auf. Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, dass das globale Finanzsystem mit seinen weltweiten Kapitalverflechtungen eine ganze Reihe von Schwächen und Risiken aufweist. Vor allem die Folgen der ungebremsten Risikobereitschaft einiger internationaler Finanzkonzerne beim ständigen Streben nach immer höherem Profit bei gleichzeitiger Unterordnung aller anderen Interessen hat die Gesellschaft nachdenklich gestimmt. Es wird zu Recht hinterfragt, was tatsächlich im gut abgeschirmten Innenleben der Finanzkonzerne geschieht.

Viele berechtigte Fragen bleiben unbeantwortet und das Misstrauen den Banken gegenüber will bei einigen nicht ganz verschwinden und wird von immer neuen milliardenschweren Strafen, die gegen international tätige Finanzinstitute ausgesprochen werden, genährt. Der Glaube an das „unfehlbare“ Bankensystem scheint verloren gegangen zu sein.

Heute sind die Kunden kritischer und fordern verständlicherweise, dass sich ihre Bank ethisch korrekt und der Gemeinschaft gegenüber verantwortungsvoll verhält. Dieser neu entstandene Mentalitätswechsel hat dazu geführt, dass das Genossenschaftsmodell gerade in der heutigen Zeit wieder an Attraktivität gewinnt.
Verantwortungsbewusstes Handeln in und für eine Gemeinschaft war von Anfang an der Antrieb des genossenschaftlichen Gedankens. Für die Banque Raiffeisen, als rein luxemburgische Genossenschaft, die unabhängig von anonymen institutionellen Investoren agiert, bestimmt eben dieses Prinzip die Art und Weise, wie wir unser Bankgeschäft betreiben. Gerade deshalb stehen bei uns nicht die Ertragszahlen des nächsten Quartals und die Rendite für die Anteilseigner im Fokus. Wir sehen es als unsere Hauptaufgabe an, im langfristigen Interesse der Mitglieder und Kunden zu handeln.

Dies ist jedoch nicht mit einem Wohltätigkeitsauftrag zu verwechseln. Auch eine Genossenschaftsbank muss sich den Marktgegebenheiten stellen und muss eine stetige Entwicklung gewährleisten. Aber im Gegensatz zu vielen börsennotierten Gesellschaften können und sollen Genossenschaften auch langfristige Investitionen im Interesse ihrer Mitglieder und Kunden tätigen. Solche für das Unternehmen wichtige Investitionen, müssen sich nicht unbedingt schon im Folgejahr auszahlen, da es keinen Druck zur Erhöhung der Dividende oder des Börsenkurses gibt. Die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells ergibt sich auch aus dem Umstand, dass die erwirtschafteten Gewinne ausschließlich zur Stärkung der Eigenmittel der Bank und dem Ausbau des Kundengeschäfts eingesetzt werden. Neben dem qualitativ hochwertigen Kundenservice sehen wir deshalb mehr denn je den Genossenschaftsgedanken als Grundstein des Vertrauens, welches der Banque Raiffeisen kundenseitig entgegengebracht wird.

Der bereits beschriebene 25.000fache Vertrauensbeweis unserer Mitglieder bestärkt uns in der Annahme, dass Wertschöpfung und Wertedenken gut miteinander vereint werden können. Nach wie vor gilt: Ein Unternehmen, welches das Wohl und die Würde des Menschen zum Mittelpunkt seiner Aktivitäten macht, ist sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftspolitisch und sozialethisch auf dem richtigen Weg.

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Raiffeisen

Die ersten Kreditgenossenschaften von Raiffeisen wurden in Luxemburg im Jahr 1925 gegründet. Anfang 1926 schufen die bestehenden Kassen die „Centrale des Caisses Raiffeisen luxembourgeoises“, die seit 2001 den Namen Banque Raiffeisen trägt. Mit ihren rund 600 Mitarbeitern und einem Netz aus 42 Geschäftsstellen unterstützt Raiffeisen Privatkunden bei laufenden Bankgeschäften, der Finanzierung von Projekten und der Verwaltung ihres Ersparten und ihrer Anlagen. Spezialisierte Berater mit Erfahrung in Sachen Finanzdienstleistungen und staatliche Beihilfen bieten Unternehmen und Selbstständigen eine maßgeschneiderte Betreuung und Begleitung. Die Experten auf dem Gebiet der Vermögensverwaltung betreuen Sparer und Anleger unter strikter Beachtung des jeweiligen Risikoprofils.Als erste genossenschaftliche Finanzgruppe, die seit Februar dieses Jahres auch zusammen mit POST Luxembourg das Zukunftsmodell des CCP gestaltet, verpflichtet sich die Bank, die traditionellen Werte des Unternehmens im Alltag zu respektieren, umzusetzen und mit anderen zu teilen. Die Wertschätzung dauerhafter Geschäftsbeziehungen, das Streben nach erfolgreicher Zusammenarbeit und hoher Kundenzufriedenheit, die Leidenschaft für hochwertige Dienstleistungen und die mit lokaler Präsenz erreichte Nähe zum Kunden stehen an oberster Stelle dieser Werteskala.