Das Bierfest von Milwaukee ist vorüber. Was? Das war nicht Milwaukee, sondern Garmisch? Die Bilder sahen aber ganz nach „The German Oktoberfest“ in der Welthauptstadt des Bieres aus. Ein US-Präsident mit alkoholfreiem Weizen beim Weißwurst-Frühstück, der sich dafür entschuldigte seine „Lädähosen“ vergessen zu haben. Geht noch mehr Klischee? Welche Show hat Mutti Merkel da nur abgezogen? Germany ist genauso wie ihr es Euch vorstellt? Voller Gamsbärte, Lederhosen, Bierbäuchen und Blasmusik?

Zur Erinnerung: Die Frau, die diese pseudo-bayerische Tourismusshow für einen dreistelligen Millionenbetrag inszenierte, stammt aus der Uckermark. Eine Gegend, die mit Bayern so viel zu tun hat wie der Mond. Genauso wie ihre Wahlkreis, die Insel Rügen in der Ostsee. 1.000 Kilometer entfernt von Schloss Elmau. Aber Mutti macht einen auf Bavaria ! Unheiliger Franz-Josef hilf!

Genauso so authentisch wie Merkels pseudo-bayerischer Auftritt war der ganze Gipfel. Schaumschlägerei auf ganz hohem Niveau. Der Durchbruch in Sachen Klima allein ist schon eine Lachnummer. „Der Ausstieg aus dem Kohlenstoffzeitalter noch in diesem Jahrhundert.“ Es ist vielleicht noch niemandem aufgefallen, aber das sind noch verdammt lange 85 Jahre. Da kann viel passieren. Die Welt war 1815 noch eine gänzlich andere als 1900 - wo Blücher und Wellington noch marschierten, reisten Hinz und Kunz mit der Bahn. Was hat die Welt von 1915 mit der des Jahres 2000 zu tun? Dieses „…noch in diesem Jahrhundert“ ist eine der arrogantesten Aussagen, die die Politik je getroffen hat. Nicht nur, weil keiner weiß, was noch kommt, sondern weil viele Länder überhaupt kein Interesse an einem Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen haben. Weder Warschau noch Riad noch Neu-Delhi werden Mutti Merkel auf dem vorgeschlagenen Weg folgen.

Das Gelaber über das so genannte „Zwei-Grad-Ziel“ ist nicht minder unerträglich. Zum einen weil die Genannten da auch nicht mitmachen, zum andern weil es nichts zum Aufhalten gibt. Der Planet hat schon zu viele Wandlungen dieser Art durchgemacht, mit oder ohne Mensch. Man sollte endlich -auch in der großen Politik - von der Bewältigung des Klimawandels und seiner Folgen sprechen und sich auf diese Aufgabe fokussieren. Stattdessen wird mit Geschwätz vom Aufhalten des Klimawandels weiter Sauerstoff verschwendet. Das gilt übrigens auch für Betroffenheitskonzerne wie Greenpeace. Zurück nach Elmau. Gipfeltreffen à la G7 haben durchaus ihre Berechtigung, aber sie sollten dahin zurückgehen, wo sie mal angefangen haben. Zurück ins Kaminzimmer irgendwo in einem Landhaus. Ohne Monsterdelegationen, tausende von Polizisten, falsche Bierzeltherrlichkeit und vorbereitete Abschlusserklärungen.

Irrsinn auch weit vor dem „Zaun“. Niemand konnte erklären, was der blödsinnige Spruch „G7 stoppen“ der Gipfelgegner inhaltlich rüberbringen sollte. Die pure Angst vor den Mächtigen der Welt? Wie mächtig sind die Mächtigen, wenn sie sich von einem linken Taschenspieler-Duo aus Athen an der Nase herumführen lassen? Immerhin hatten die sieben den Mumm den neo-imperialistischen Zaren aus Moskau auszuladen. Immerhin.