LUXEMBURG
INGO ZWANK

Auch nach Umbau seines Restaurants „Gudde Kascht“ hat Ben Weber noch einige Träume

Er ist Restaurantleiter und Traiteur, war lange Zeit Chef der luxemburgischen Koch-Nationalmannschaft - und ganz nebenbei schaut er auch noch auf dem familieneigenen Campingplatz nach dem Rechten: Ben Weber hat einige Baustellen, auf denen er sich aber überall äußerst wohlfühlt, wie Weber bei der Vorstellung seines renovierten Restaurants sagt, denn diese echte Baustelle konnte jetzt abgeschlossen werden. Nach der Hotelschule hat Weber seine Meisterprüfung gemacht und viele Schnupperkurse besucht. Da ist er mit der Nationalmannschaft, wo er nun schon seit vielen Jahre aktiv ist, auch sehr viel herumgekommen. „Ich habe aus vielen Ländern Inspirationen mitgebracht. Man kann sich sicherlich viel selbst aneignen, aber es ist doch besser, wenn man jemanden hat, der einem zeigt, wie es geht“, sagt Weber. Gilt es doch auch, einen Betrieb zu führen.

Den gibt es beim elterlichen Campingplatz in Haller, den Weber seit einigen Jahren führt. „Ich hab mit einer kleinen Karte als Bistro angefangen. Dann kam eine kleine Pause. Vor ein paar Jahren habe ich dann den Mut zusammengenommen und Personal für ein Restaurant eingestellt.“

Ein normaler Arbeitstag kann schon mal um 4.00 beginnen. Dann wird das Brot für die Campingäste gebacken - und der Arbeitstag kann auch schon einmal bis 2.00 in der Nacht gehen, bis alles im Restaurant erledigt ist.

Mehr Zeit für die Familie

Kann Weber da eigentlich im Urlaub richtig abschalten? „Höchstens eine Stunde“, lacht er. Doch er will gerne etwas mehr vom Leben für sich und für die Familie haben, durch Umstrukturierungen auch im neuen Restaurant wie durch einen optimierten Einsatz von Maschinen.

„Aber egal wie: Die Qualität darf dabei nicht zu kurz kommen - bei mir wir alles frisch verarbeitet.“ Das bedeutet, dass wenn Weber beispielsweise am Sonntag nur noch sechs Portionen Fisch hat, dann sind am Samstag viele Portionen verkauft worden. „Ich habe aber dann nicht mehr, und der Kunde muss es verstehen, dass ich keine Tiefkühlkost präsentiere.“

Qualität ist also Trumpf, deshalb macht er auch regelmäßig Schulungen wie Degustationen mit dem Personal, damit es weiß, worüber es spricht. Auch der Punkt der Nachhaltigkeit ist dem Chef sehr wichtig - Produkte aus der Region, so viel es nur geht.

Was plant Weber für die Zukunft? „Was die Küche angeht, so will ich viel mehr mit dem Gast und bei dem Gast präsentieren - und dafür wird in meiner Küche auch sehr viel experimentiert - ganz nach dem Motto: Das Auge isst mit!“ Auch auf der Wunschliste: Einen Betrieb nach der Art „chambres d’hôtes“, also Bed & Breakfast bei gehobenem Niveau im Grünen führen, vielleicht mit einem Eventangebot oder Wanderungen gepaart. „Einfach optimal Natur und Gastronomie verbinden, das wäre schon schön.“ Die Natur ist sehr wichtig für Weber. „Ich habe einmal eine kurze Zeit in Luxemburg-Stadt gewohnt. Aber das war nichts für mich. Ich brauche die Natur, die Vögel - das ist für mich Heimat. Dazu zählt eben die Natur.“

Heimat ist wichtig

Da versteht es sich von selbst, dass der neue Spielplatz, der eigenhändig gebaut wurde, aus nachhaltigem Holz erstellt wurde. Und dies ist sicherlich auch mit ein Grund, warum das neugestaltete Restaurant komplett in Holz, „wie das Müllerthal“ gehalten ist, übrigens mit Gemälde der Mutter dekoriert. Mit ein paar Raffinessen an den Tischen: Auf der einen Seite des Tisches befindet sich ein Fach für die Mobilfunkgeräte, „damit diese nicht auf dem Tisch liegen müssen und man die ganze Zeit darauf schaut“, auf der anderen Seite ist eine versenkbare Kühlerhalterung für die Weine eingebaut - auch hier geht Weber gerne neue und unkonventionelle Wege.


Restaurant - Gudde Kascht, 20, Henerecht, L-6370 Haller - Telefon: +352 83 67 48